Media for Equity: Wo sich ProSiebenSat.1 noch einkaufen will

Werbung gegen Firmenanteile: Mit diesem Rezept und Partnern wie Zalando frischt ProSiebenSat.1 sein Kunden-Portfolio auf. Der Konzern zieht jetzt Bilanz – und gibt neue Ziele aus.

Text: Petra Schwegler

02. Mar. 2012

Zalando macht Schule: Das Media-for-Equity- und Media-for-Revenue-Share-Programm der ProSiebenSat.1-Familie wächst massiv an. 36 Partnerschaften mit dem Rezept "Werbung gegen Firmenanteile" hat der Konzern im vergangenen Jahr weiterführen können. Mehr als 200 potenzielle Kooperationen sind unter die Lupe genommen worden. 20 neue Verträge sind dabei zustande gekommen – 18 Unternehmen sind noch im Jahr 2011 mit Werbeauftritten bei der Senderfamilie präsent gewesen. Mehr als 40 Millionen Euro haben ProSiebenSat.1 und die Beteiligungstochter Seven Ventures mit den Modellen im vergangenen Jahr erlöst – 70 Prozent mehr als noch 2010.

Der Anteil an den Werbeerlösen macht sich zwar noch gering aus. Im vergangenen Jahr hat der Konzern beziehungsweise sein Vermarkter SevenOne Media nach Nielsen-Zahlen rund 4,5 Milliarden Euro an Bruttowerbung umgesetzt. Doch Konzernlenker Thomas Ebeling hat bei Präsentation der Jahreszahlen am Donnerstag erneut die Losung ausgegeben, dass sich das Unternehmen noch unabhängiger vom klassischen TV-Spot machen müsse; 2015 schon soll jeder zweite Euro aus anderen Erlöszweigen beigesteuert werden. Da spielen auch die Media-for-Equity- und Media-for-Revenue-Share-Modelle eine Rolle. Christian Wegner, im Vorstand für die Themen New Media & Diversification zuständig, peilt nun neue Branchen für das Beteiligungsmodell an. Im digitalen Bereich sondiert ProSiebenSat.1 Möglichkeiten bei Anbietern von Datingportalen, Reiseseiten, Mobile oder auch Erziehungsplattformen. Lifestyle ist ein weiteres interessantes Segment für den Konzern, ebenso wie digitale Offerten rund um Gesundheit und Schönheit.

Bisher zählen junge Unternehmen beziehungsweise Start-ups wie der Versandhändler Zalando, der Kosmetikhersteller Korres, die Dating-Plattform eDarling, Trivago, Preis24.de oder Yokebe zum Media-for-Equity- und Media-for-Revenue-Share-Programm der TV-Familie.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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