Einige Vertreter gehen direkt auf Jörg Blumtritts Reaktion ein – und zeigen sich verwundert, wie etwa Ex-RTL-Chef Helmut Thoma, der in diesen Tagen den neuen Sender Volks.TV auf die Beine stellt und den Mediacom-Manager mit seiner Meinung "im Glashaus" sitzen und Steine werfen sieht. Er will den Privatmann und Piraten nicht vom Media-Manager Blumtritt trennen. Thoma hat sich im "Handelsblatt" für "Arbeit nur gegen Belohnung" ausgesprochen.

Deutlicher wird Thomas Nachfolger bei RTL, Hans Mahr, der als Berater mit seiner Firma Mahr Media aktiv ist und als Herausgeber hinter dem Genussblatt "Falstaff":"Ausgerechnet der Leiter der Mediacom, Herr Blumtritt, outet sich als Pirat und zu deren Zielen. Konsequenterweise müsste Blumtritts Mediacom künftig ihre Media-Vermittlung kostenlos betreiben, worüber sich Kunden und Medien freuen würden. Und was seine Bemerkungen zur Schaffung und Vermarktung von Internetplattformen betrifft: Da sollte sich der Leiter einer der großen Media-Agenturen selbst an der Nase nehmen, schließlich wäre es seine Aufgabe, neue und interessante Internet-Vermarktungen anzubieten", so Mahr. Ob solche Unterstützung den Piraten helfe, sei wohl zu bezweifeln. Hans Mahr stößt die Debatte sichtlich auf: "Kaum sind die Piraten erfolgreich, versuchen sie auch schon die Mächtigen zu unterwandern."

Doch die Auseinandersetzung in den Medien scheint etwas zu bewirken: Die Piratenpartei will den Streit mit Künstlern um das Urheberrecht im direkten Gespräch entschärfen. Seine Partei plane "seit einiger Zeit, einen runden Tisch zu diesem Thema zu veranstalten", sagt das Mitglied des Bundesvorstandes der Piraten, Matthias Schrade, dem "Handelsblatt" online. "Hierzu wollen wir alle Beteiligten - Musiker und Künstler, Verwerter und Rechteinhaber sowie Konsumenten - einladen und gemeinsam ein zeitgemäßes Urheberrecht entwickeln", fügt Schrade hinzu.



Petra Schwegler, Redakteurin
Autor: Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.