Es gehe der Allianz nicht darum, "den Mindestlohn auszuhebeln und junge Leute möglichst lange möglichst schlecht zu bezahlen", erklärt Thies, "deshalb schlagen wir ja auch den Ausgleich bei längeren Praktika vor." Thies argumentiert weiter: "Aber die Berufsausbildung als regelrechte ‚Lehre‘ – wie in anderen Branchen – geschieht in der Film- und Fernsehproduktion eben über das Praktikum. Und das muss natürlich länger als sechs Wochen dauern, um eine Ausbildung über den gesamten Produktionsprozess hinweg gewährleisten zu können. Sollte das nicht mehr finanzierbar sein, würden den jungen Menschen massiv Chancen genommen, anstatt ihnen Chancen zu geben."

In TV und Film ist die Spannweite beim Einkommen groß. Während Senderbosse und wichtige Produzenten Millionen Euro pro Jahr mit nach Hause nehmen, gibt es viele schlecht bezahlte Hilfskräfte und so manchen Praktikanten, der umsonst für den Satz schuftet: "Ich bin beim Fernsehen!" W&V Online hat vor geraumer Zeit das Gehaltsgefälle dokumentiert. Vor einigen Wochen haben sich bereits Agenturchefs gegen die Verteuerung von Praktika durch den Gesetzentwurf gewandt.



Petra Schwegler, Redakteurin
Autor: Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.