Senderneustart :
Mit Yuniq versucht ein neuer Sender, jung und interaktiv zu sein

So eine Art Joiz-Erbe tritt Yuniq an: Der Sender will ab Anfang August von Hilden aus ein Free-TV-Programm mit starker Web-Anbindung für ganz junge Zuschauer starten.

Text: Petra Schwegler

Mit Yuniq (eigene Schreibweise für young & unique) will am 3. August ein interaktiver TV-Sender starten, der Zuschauer zwischen 14 und 39 Jahren zum herkömmlichen Fernsehen zurückführen will. Deklariert als Vollprogramm, will der Neuling mit eigenproduzierten Formaten aus den Bereichen News, Talk, Stars & Entertainment, Musik, Filme & Serien, Fashion, Sport, Show und mit einer eigenen ungescripteten Dating-Show als "interaktivster und jüngster TV-Sender Deutschlands" bestehen.

Ein Vorhaben, an dem zuletzt der deutsche Ableger des Schweizer Social-TV-Kanals Joiz gescheitert ist, zumindest über herkömmliche Verbreitungswege. Die strebt das Team des Yuniq-Anbieters OnMediaTV UG aus Hilden durchaus an: Der Sender wird in Deutschland und in der Schweiz im TV über IPTV sowie über verschiedene WebTV-Dienste, über einen 24-Stunden-Livestream unter yuniq.tv und auf Abruf (VoD) zu empfangen sein. Des Weiteren stehe der Sender bereits in Verhandlung mit verschiedenen Kabelnetzbetreibern, um den Sender flächendeckend auch über DVB-C anzubieten, heißt es weiter. Seit Mai hat der Free-TV-Kanal für sein Vorhaben eine Sendelizenz der NRW-Medienanstalt LfM.

Yuniq will sein TV-Programm sieben Tage die Woche senden, rund um die Uhr aus Hilden bei Düsseldorf. Ein Großteil der Formate werde zwischen 16 und 21 Uhr live ausgestrahlt. Das Team besteht nach eigenen Angaben - inklusive Geschäftsleitung - aus insgesamt 30 Mitarbeitern, "die alle unter 30 Jahren alt sind", wie es heißt. Der Altersdurchschnitt liege bei 23 Jahren. Zum Senderteam zählen Team zehn Moderatoren, die bereits im Januar gecastet wurden.

Davide Spiga, Geschäftsführer des Betreibers OnMediaTV UG, erklärt das Senderkonzept so:

"Bei Yuniq haben die Zuschauer die Möglichkeit aktiv am Programm teilzunehmen und dieses mit zu gestalten. Jedes Format bietet individuelle Interaktion über Mail, Facebook, Twitter, Instagram, Skype und WhatsApp. Die Social Media Plattformen sind unsere täglichen Tools, die gezielt eingesetzt werden. Zu diesen gehören zum Beispiel eine feste 90 Sekunden Skype-Schalte zwischen Zuschauer und Promi im Studio oder Votings über Hashtags auf Twitter. Dazu gehen wir auf viele Nischenthemen im Programm ein. Jede Formatidee wird bei Yuniq zunächst auf die Interaktionsfähigkeit geprüft. Ab Dezember sind weitere Formate, unter anderem eine interaktive Quizshow unter Einbindung von Skype, eine Diskussionsrunde unter Einbindung aller Social-Media-Netzwerke und eine eigene TV-Serie, geplant."

Das neue Free-TV-Programm ist werbefinanziert. Laut Patrizia Nizeti, administrative Leiterin bei OnMediaTV, gibt es bereits erste Sponsoren und Werbepartner. Zudem besteht bereits eine Facebook-Community mit fast 100.000 Usern. Zum Start will der Sender mit einer Show punkten: Ende Juli wird in OnMediaTV-Studios in Hilden die 90-minütige Produktion mit "prominenten Paten" voraufgezeichnet. Mit dieser Sondersendung solle die Stimmung von Yuniq vermittelt und die Inhalte der Sendungen präsentiert werden.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.