Digitalkiosk Readly :
Montgelas hält Bezahlschranken für problematisch

Verlage versuchen, mit Flatrate- und Paid-Content-Modellen ihre Erlösstrukturen zu verbessern. Gedanken dazu macht sich auch Philipp Montgelas, Deutschlandchef des Digitalkiosks Readly.

Text: Susanne Herrmann

Philipp Graf Montgelas ist der Deutschlandchef von Readly.
Philipp Graf Montgelas ist der Deutschlandchef von Readly.

Den Zahlen der Zeitungs Marketing Gesellschaft ZMG zufolge profitierten Zeitungen 2016 erstmals von Digitalausgaben: Pro Erscheinungstag verkauften sie mehr als eine Million E-Paper-Exemplare (1.013 Mio.; IVW-Auswertung der ZMG). Die Verlage arbeiten nach wie vor an der Fragestellung, wie sie mit Inhalten, zumal im als gratis gelernten Internet, Geld verdienen können.

Bezahlinhalte gut und schön - aber wo ist die Schmerzgrenze? "Der Deutschlandchef des Digitalkiosks Readly, Philipp Montgelas, macht sich Gedanken über die Zukunft der Verlage und digitale Flatrate-Modelle.

Seine 8 Thesen und Tipps zu Finanzierungsmodellen

1. Es gilt, Wünsche und Bedürfnisse der Leser besser zu verstehen.

2. Es braucht vernünftige Plattformen für digitale Inhalte - mit vernünftigen Preisstrukturen.

Die Verlage sollten auf keinen Fall denselben Fehler machen wie mit Webseiten vor 20 Jahren und die Digitalausgaben ihrer Printprodukte komplett kostenlos anbieten.
Philipp Montgelas

3. Konsumenten mögen digitale Flatrate-Modelle.

4. Entscheidend ist, dass die Verlage mutig sind und neue Inhalte sowie Formate ausprobieren – sowohl Print als auch digital.

5. Bei Paid-Content-Modellen muss klar unterschieden werden zwischen der Webseite und dem tatsächlichen physischen Magazin, und zwar Print und digital.

Ich finde es problematisch, Bezahlsperren auf Webseiten hochzuziehen, weil der Nutzer es gewohnt ist, Inhalte umsonst zu bekommen. Hier ist bis dato kaum ein Verlag in Europa wirklich erfolgreich.
Philipp Montgelas

6. Nutzer verstehen nicht, warum sie für die digitale Ausgabe fast oder sogar das gleiche bezahlen sollen wie für Print: "Wenn dazu noch ein komplizierter Bezahlprozess kommt und für jedes Magazin eine eigene App notwendig ist, hat man verloren."

7. Nutzer wollen auf eine Plattform zugreifen, wo sie alle ihre Titel erhalten, und zwar verlagsunabhängig.

8. Preisschwellen für digitale Angebote: bei 5 Euro und 10 Euro. Innerhalb dieser Preisrange entscheiden Kriterien wie Nutzerfreundlichkeit, Bezahlmethoden oder Service.

Über Readly: Die Magazin-Flatrate Readly unterstützt Verlagshäuser beim Übergang ins digitale Lesezeitalter. Die App bietet für 9,99 Euro im Monat Zugriff auf gut 300 nationale und 1.700 internationale Zeitschriften. as Unternehmen wurde 2012 in Schweden gegründet und ist seit 2014 in Deutschland vertreten. Seit 2015 ist Philipp Graf Montgelas Managing Director von Readly Germany. 


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming. Marketinggeschichten und außergewöhnliche Werbekampagnen dürfen aber nicht zu kurz kommen.