Medien-Satire "Der Gründer" :
Nach Unterlassungklage startet "Thomas G. Hornauer"-Parodie

Zwei Jahre lang hat Medienunternehmer Thomas G. Hornauer gegen den Satire-Film "Der Gründer" gewettert und wollte ihn verbieten lassen - er fühlte sich darin als "schmieriger Pornoproduzent" verunglimpft. Jetzt hat der TV-Guru überraschend klein bei gegeben. Parallelen zu seinem Leben sieht er nicht mehr. Der Film wird am 21. Dezember, dem "Weltuntergangstag" gezeigt. 

Text: Lisa Priller-Gebhardt

Der korpulente Mann in der weißen Livrée mit den goldenen Epauletten, der auf dem schnörkeligen Thron Platz nimmt, wirkt auf den ersten Blick wie der Chefsteward vom Traumsschiff. In mit Blumen geschmückter Kulisse wird der Gast im hochsommerlichen Thailand von einem afrikanischen Stammesfürsten im HuaHin Paradies Valley zum Prinzen gekürt. Es ist der Medienunternehmer Thomas G. Hornauer, der aus dem fernen Süddeutschland angereist ist und die Zeremonie sichtlich genießt. Er darf sich fortan "Prinz Thomas G. Hornauer für das Vereinigte Heilige Deutsche Königreich des Yoruba-Königs der Republik Benin" nennen. 

Nein, es ist nicht die neueste Ausgabe von "Switch Reloaded", die da über den Bildschirm wackelt, sondern ein Youtube-Video, das ein weiteres schräges Kapitel im bunten Leben des Gaga-TV-Unternehmers zeigt, der einst mit Erotik-Hotlines Millionen machte. Spätestens als er den Regionalsender B.TV übernahm, gelangte er mit seinen Eskapaden zu bundesweiter Bekanntheit. Sehr zum Ärger der Medienwächter, die dem Spektakel bald darauf ein Ende setzten.

In den letzten Jahren ist es eher ruhig geworden um Hornauer. Der Prinz aus Plüderhausen betreibt seinen Kanal Telemedial nur noch im Netz – es ist der "Sender für innere Heilung & Bewusstseinserweiterung". Im improvisierten Studio greift er gerne selbst zur Gitarre und versorgt zahlende Anrufer in breitem Schwäbisch mit Allgemeinplätzen. "Lebensschule zur Kommunikationsveredelung" nennt Hornauer das. TV-Satiriker Oliver Kalkofe dagegen nennt Telemedial den "esoterisch-durchgeknallten One-Man-Sender von Thomas Hornauer, dem verschwitzten Schwafelschwaben mit Erlöser-Upgrade".

Der Mann bietet genug Stoff für einen Film - meinte zumindest Produzent Eric Hordes und setzte die Mediensatire "Der Gründer" um. In der Parodie geht es um Gerhard Hornbacher, einen Pornoproduzenten aus der Schwulenszene. Als "Gründer" eröffnet dieser zusammen mit seinem Porno-Team den spirituellen Fernsehsender Kanal Teleportal, um auf den bevorstehenden Weltuntergang aufmerksam zu machen - und nebenbei jede Menge Kohle zu scheffeln.

Der frühere B.TV-Chef ärgerte sich gewaltig. Er war der Meinung, er würde im Film als "schmieriger Pornoproduzent" verunglimpft und verklagte Regisseur Hordes prompt auf Unterlassung. Im März hatte ihm das Landgericht Stuttgart in einem Vergleich das Recht zugesprochen, den Film "Der Gründer" vor der Kinopremiere innerhalb von zwei Wochen zweimal anzusehen, und gegen Stellen, die die Ehre seiner Person verletzen, Einspruch zu erheben. Nach dem ersten Termin, der vor vier Wochen stattfand, befand Hornauer, der jahrelang gegen den Streifen gewettert hatte, jedoch kurzerhand: "Meine Person ist im Film nicht zu erkennen." Das zumindest hat er Hordes per Mail mitgeteilt. Weitere Schritte sehe er als "Zeit- und Geldverschwendung", er wolle keine "zusätzlichen Kosten in Kauf nehmen". Auf das zweite Sichten des Films – und auch eventuelle Änderungen - hat der TV-Guru verzichtet. Hordes Anwalt Hanns-Martin Kurz zufolge ist damit "die Intention des Vergleiches erfüllt" und der Film kann "ohne weitere rechtlichen Schritte veröffentlicht werden".

Damit sind die juristischen Auseinandersetzungen um den Streifen vom Tisch. Hordes wird den Film am 21. Dezember, nach dem Maya-Kalender der Weltuntergangstag, der Öffentlichkeit zeigen. Schließlich spiele dieses Datum im Film ja eine große Rolle. Die "Weltuntergangspremiere" (Hordes) findet im Babylon-Kino in Berlin statt.


Autor:

Lisa Priller-Gebhardt
Lisa Priller-Gebhardt

schreibt als Autorin überwiegend für W&V. Im Zentrum ihrer Berichterstattung steht die geschwätzigste aller Branchen, die der Medien. Nach der Ausbildung an der Burda Journalistenschule schrieb sie zunächst für Bunte und das Jugendmagazin der SZ, Jetzt. Am liebsten sind ihr Geschichten der Marke „heiß und fettig“.