Nach einer Erholung Anfang Mai lief es ab Ende des Monats zusehends schlechter mit den Bemühungen um hohe Werbeumsätze für "Newtopia". Für das Senderteam bewegten sich Zuschauer- und Werbekurve deutlich nach unten - bis zum Umsatztiefpunkt vergangene Woche mit nicht einmal mehr 1,3 Millionen Euro an Bruttoerlösen. Dann wurde Anfang dieser Woche die Reißleine gezogen. Ebiquity zieht einen nüchternen Vergleich: 38,1 Millionen Bruttowerbeumsatz wurden 2014 im vergleichbaren Zeitraum eingefahren, als sich Sat.1 mit "Navy CIS" behalf. Mit dem aufwändig produzierten "Newtopia" haben Sender und Vermarkter Werbung im Wert von gerade einmal 35,4 Millionen Euro brutto eingeholt – nicht wirklich rentabel.

Ein Fazit aus Werbesicht zieht Dietmar Kruse, CEO Continental Europe bei Ebiquity:

"Der Plan von Sat.1, mit einer außergewöhnlichen Eigenproduktion das unterdurchschnittliche Vorabendprogramm aufzufrischen, ist nicht aufgegangen. Diese Maßnahme zeigt einmal mehr, wie schwierig es für TV-Sender ist, das Zeitfenster von 19 bis 20 Uhr zu schließen. Nach anfänglich guter Entwicklung schaffte es die Sendung nicht, sich grundsätzlich bei den Werbeeinahmen zu stabilisieren. Zögernde Werbungtreibende und viel Unruhe rund um die Inhalte der Sendung führten zu sinkenden Werbeeinahmen. Der Schritt von Sat.1, die Sendung aufzugeben, ist daher kaum verwunderlich. Statt die Innovation auf dem Sendeplatz kostenintensiv zu fördern, ist es wohl sinnvoller, auf bewährte Sendungen wie Serien zu setzen. Zumal die durchschnittlichen Werbeeinahmen, wie im letzten Jahr bei 'Navy CIS', höher sind - bei wohl geringerem Aufwand."

Werbekunden und Zuschauer können sich ab kommenden Montag wieder auf überraschungsfreien Pfaden durch den Sat.1-Vorabend bewegen: Den frei gewordenen Sendeplatz belegt bis auf Weiteres die Krimi-Serie "In Gefahr - ein verhängnisvoller Moment". Hier noch der Abschiedstweet der "Newtopisten" ...


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.