Softwareanbieter mit neuer Plattform :
Nicht an Adblockern verzweifeln – Werbung einfach besser machen!

Der Software-Anbieter ATG stellt eine Plattform bereit, die einen Dialog zum Nutzer ermöglicht - und so dessen Einsatz von Adblockern reduzieren soll.

Text: Petra Schwegler

Dialog statt Adblocker - Nutzer sollen entscheiden können, ob sie Werbung sehen.
Dialog statt Adblocker - Nutzer sollen entscheiden können, ob sie Werbung sehen.

Für den Kampf der Publisher gegen Adblocker hält das Interactive Advertising Bureau (IAB) seit einiger Zeit Tipps parat. Unter anderem wird empfohlen, die fürs Finanzieren von Inhalten so wichtige Online-Werbung so nutzerfreundlich wie möglich zu halten und etwa auf nervige Pop-ups zu verzichten. Längst ist klar: Eine nachhaltige Lösung kann nur im Einvernehmen mit allen Akteuren gefunden werden - Nutzern, Inhalte-Anbietern, Werbetreibenden.

Hier setzt der Software-Anbieter ATG Ad Tech Group aus Hamburg an. Er stellt eine Plattform bereit, die einen Dialog zwischen den Handelnden herstellt und die Werbung aus Sicht der Nutzer besser machen soll. Beim Aufruf ausgewählter Inhalte könne der Anbieter die User ansprechen und einen Tausch anbieten: "Eine kurze Werbeunterbrechung, dann geht es weiter."

Dialoge mit Nutzern als Alternative

Die Erfahrungen mit der Plattform würden bereits zeigen, dass Nutzer das Angebot dosierbarer Werbung akzeptieren und selektiv den Adblocker dafür ausschalten, heißt es von ATG. Publisher würden so sichere und nötige Einnahmen erhalten. Seitens der Werbeindustrie sei die Zustimmung ebenfalls groß, "da diese freiwilligen Werbepausen zu sehr guter Kontaktqualität führen".

Die Plattform ist laut ATG inzwischen bei zahlreichen Anbietern weltweit im Einsatz. Die Einbindung sei für Anbieter von Inhalten an beliebigen Stellen innerhalb der Angebote einfach umsetzbar, versichert das Unternehmen – und verspricht: "weniger Werbung, dafür mehr Umsatz". Das wäre im Sinn des IAB.

IAB-Strategie scheint aufzugehen

Wir erinnern uns: Im Frühjahr legte das IAB als mögliche Abhilfe gegen Adblocker das Konzept namens D.E.A.L vor. Hierbei sollten Werbebann-Nutzer identifiziert und dazu bewogen werden, die Software abzuschalten oder einen kostenpflichtigen Zugang zu kaufen. Blockiert oder eingeschränkt wird, wer der Aufforderung nicht nachkommt. Das Konzept sollte das L.E.A.N.-Programm aus dem Vorjahr ergänzen, wonach Werbetreibende nur noch qualitativ hochwertige Reklame im Netz ausspielen sollen.

Die IAB-Empfehlungen scheinen zu fruchten: Im letzten Quartalsbericht des Online-Vermarkterkreises (OVK) im BVDW Ende Juli war zu lesen, dass die Adblocker-Rate zwischen März und Juni auf unter 20 Prozent gesunken ist. Ende 2015 drückten noch 21,52 Prozent der Nutzer die Online-Display-Werbung weg. Die Adblocker-Verbreitung stagniert. Überhaupt scheinen nur die Wenigsten voll auf die Werbebremse zu drücken. 


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.