Oliver Fuchs als Unterhaltungschef? ZDF nimmt neuen Anlauf auf die Jugend

Das Durchschnittsalter der ZDF-Zuschauer soll von 61 auf 60 Jahre (!) sinken. Mit dabei helfen könnte laut "Spiegel Online" Oliver Fuchs. Der Produzent von Formaten wie "Switch Reloaded" könnte Unterhaltungschef werden.

Text: Petra Schwegler

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Der neue ZDF-Intendant ist schon mal etwas jünger als seine Zuschauer - Thomas Bellut bringt es auf 57 Jahre. Seit er im Amt ist, hat Bellut Vieles angeschoben, was jüngere Zuschauer anlocken könnte. Es wird getwittert, bimediale Formate im Hauptprogramm und bei den digitalen Ablegern nehmen zu. Nun scheint der neue ZDF-Chef auch personell in die Offensive zu gehen:  Nach Informationen von "Spiegel Online" soll an diesem Freitag Oliver Fuchs dem Verwaltungsrat als neuer Unterhaltungschef vorgeschlagen werden. Der (erst) 44-jährige Schweizer leitet seit 2003 das Deutschlandgeschäft der Produktionsfirma Eyeworks in Köln.

Fuchs steht für eine große Spannweite an Produktionen : Eyeworks liefert Erfolgsformate fürs Kommerzfernsehen ("Rach, der Restauranttester" bei RTL, "Switch Reloaded" für ProSieben) ebenso wie sehr buntes und zuweilen Umstrittenes. Aktuell verantwortet er die neue Personality-Doku "Lothar - Immer am Ball", die Vox aus gutem Grund nachts versendet. Kontakt zum öffentlich-rechtlichen Reich hat der Eyeworks-Lenker allerdings auch; so stammen etwa die "Mitternachtsspitzen" im WDR Fernsehen oder der erfolgreiche ZDF-Krimi "Wilsberg" aus Fuchs`Werkstatt.

Klar ist: Oliver Fuchs soll beim Zweiten mit seinen breiten Erfahrungen in der TV-Unterhaltung das angestaubte Image der Sparte aufwerten. Fuchs würde – sollte seine Wahl zustande kommen – Manfred Teubner nachfolgen und genauso wie er hinter dem Unterhaltungsdampfer "Wetten, dass...?" stehen, der mit Markus Lanz Anfang Oktober wiederbelebt werden soll. Laut „Spiegel Online“ soll der Sender mit mehreren, vor allem externen Kandidaten Gespräche geführt haben. Demzufolge hat es bei einer geheimen Zuschauerbefragung des Zweiten vor allem bei den Unterhaltungsformaten schlechte Noten gegeben.

Jüngst hat Bellut in diversen Interviews festgehalten - wie hier bei "dpa": "Die Zielgruppe des ZDF ist die ganze Gesellschaft. Deshalb müssen wir mit unserem Programm verstärkt jüngere Zuschauer erreichen." Dem "epd" sagte er im April:  "Bis 2014 solle das Durchschnittsalter der ZDF-Zuschauer von 61 auf 60 Jahren sinken." Das Ziel: pro Jahr zehn Prozent mehr an jüngeren Zuschauern zu erreichen. Mit Fuchs dürfte Bellut seit Jahren Kontakt haben, war Bellut doch zuvor lange Jahre Programmmchef in Mainz.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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