Nielsen-Werbestatistik 1. Quartal :
P&G und E-Commerce halten den Werbemarkt in Schwung

Der Werbemarkt wächst weiter. In der Nielsen-Bruttobilanz fürs 1. Quartal hält sich Procter & Gamble an der Ausgabenspitze. Andere legen ordentlich drauf.

Text: Petra Schwegler

Viele Marken, viel Werbung: Procter & Gamble bleibt nach Nielsen-Bruttozahlen der größte Werbungtreibende.
Viele Marken, viel Werbung: Procter & Gamble bleibt nach Nielsen-Bruttozahlen der größte Werbungtreibende.

Knapp 7,2 Milliarden Euro brutto gaben die Werbungtreibenden im 1. Quartal des Jahres in Deutschland aus – rund 2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Bilanz des Marktforschers Nielsen, der jetzt die Bruttoergebnisse für die ersten drei Monate 2017 vorgelegt hat. Die allerdings einmal mehr nicht das komplette Bild wiedergeben: Werbeinvestitionen in Online-Bewegtbild, Social-Media-Kanäle oder Content-Marketing werden von der Statistik nicht erfasst. 

Kräftig investiert hat weiterhin Procter & Gamble: Der Konzern gab bisher 196 Millionen Euro aus, fast 23 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Dahinter folgt Ferrero mit einem Peak vor dem süßen Osterfest  – und nun rund 98 Millionen Euro (plus 21 Prozent). Dennoch hat der Süßwarengigant "nur" die Hälfte von dem ausgegeben, was P&G bisher in den Werbemarkt pumpte.

Auf Platz drei der Topspender rangiert weiterhin der Kosmetik-Konzern L’Oréal. Bei einem Werbevolumen von 65 Millionen Euro hat das Unternehmen allerdings seine Ausgaben zurückgefahren: Im 1. Quartal des Vorjahres lag der Betrag für Werbung noch um rund 18 Prozent höher. 

Kräftig erhöhten die Telekom und Lidl ihr Reklamebudget laut Nielsen-Bruttostatistik: 60 Millionen Euro gaben die Bonner bisher im Werbejahr 2017 (plus 25 Prozent) aus, beim Discounter aus Neckarsulm sind es 53 Millionen Euro (plus 19 Prozent). Bei Lidl dürften in den kommenden Monaten noch mehr Spendings zu erwarten sein, geht doch das Unternehmen gerade mit einem neuen Markenauftritt aus dem Hause BBDO in die Offensive.

E-Commerce wirbt klassisch am meisten 

Betrachtet man die Werbefreudigkeit nach Branchen, liegt E-Commerce mit 448 Millionen Euro weiter an der Spitze, gefolgt von der Autoindustrie (437 Millionen) und den Onlinedienstleistern (396 Millionen). Das Verhältnis der Topspender hat sich damit in den vergangenen Monaten eingependelt.

Den größten prozentualen Zuwachs gab es im 1. Quartal unter anderem bei den Ausgaben für Waschmittel (plus 51 über Vorjahresquartal), den Lebensmitteleinzelhandel (plus 27 Prozent), Unternehmenswerbung (plus 23 Prozent) sowie – im kalten Zeitraum - Arzneimittel (plus 21 Prozent). Ihr Engagement kräftig zurückgedreht haben dagegen nach dem Weihnachtsgeschäft zum Jahresstart Parfums (minus 49 Prozent unter Vorjahresquartal) sowie Bild- und Tonträger (minus 35 Prozent). 

Wie sich die Werbespendings auf die verschiedenen Mediengattungen verteilen, das zeigt diese Nielsen-Tabelle:

Die Bruttoumsätze im Werbemarkt von Januar bis März.

Die Bruttoumsätze im Werbemarkt von Januar bis März.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.


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