Höhere Zahlungsbereitschaft laut Studie :
Paid Content: Bezahlt wird für Spiele, Filme und Fachinformation

Für Inhalte im Netz bezahlen immer mehr ältere Nutzer, bei den Jungen liegen Games, Musik und Filme hoch im Kurs: Paid Content im Urteil der Hochschule Fresenius Hamburg zusammen mit dem DCI Institut.

Text: Petra Schwegler

Für reine Nachrichten zahlen Nutzer im Netz ungern. Geht es um Fachinformationen, zücken sie eher die Kreditkarte.
Für reine Nachrichten zahlen Nutzer im Netz ungern. Geht es um Fachinformationen, zücken sie eher die Kreditkarte.

Die Zahlungsbereitschaft für digitale Inhalte im Internet steigt, die Verkäufe von Paid Content nehmen weiter zu. Und auch bei der älteren Bevölkerung scheint der Wandel in der Mediennutzung anzukommen: "In der Zielgruppe 45 Jahre plus haben sich die Verkäufe sogar fast verdoppelt", lauten die zentralen Ergebnisse der Studie zum Paid Content, die die Hochschule Fresenius Hamburg zusammen mit dem DCI Institut wiederholt durchgeführt hat.

Auf Basis der Studiendaten geben die Studienpartner nun in Sachen Paid Content einen positiven Ausblick für 2017 und führen diese Ergebnisse an:

- mehr als 65 Prozent der Befragten wollen Paid Content auch in Zukunft nutzen. Dabei sind vor allem die Fachinformationen und Games gefragt. So wollen rund 15 Prozent der Befragten und hier insbesondere die Zielgruppe zwischen 55 und 64 Jahren für Fachinformationen bezahlen. Im Vergleich zur Vorgängerstudie 2016 legen die Fachinformationsanbieter damit deutlich zu. Noch voriges Jahr waren 12,3 Prozent zahlungswillig.

- Auch die Gamerbranche zählt mit einem Zuwachs von 14 Prozent zu den Gewinnern und erlebt laut der Studie "einen regelrechten Hype": 54 Prozent der Studienteilnehmer wollen Geld für Spiele ausgeben.

- Schwierig bleibt es hingegen der Studie zufolge für die Newsanbieter. Bezahlangebote von Tageszeitungen würden weiterhin schlecht angenommen, heißt es.

- Die 18- bis 24-Jährigen repräsentieren nach wie vor die Gruppe, die Paid Content am meisten nutzt - hier in erster Linie für Games.

- Die 35- bis 44-jährigen Käufer sind demnach stark kaufbereit im Segment Musik und Filme, wohingegen in der Altersgruppe 55 bis 64 Jahre Fachinformationen bevorzugt werden.

- Für News wird prozentual am stärksten in der Gruppe der über 65 Jahre alten Onlinenutzer Geld ausgegeben.

- Grundsätzlich nehmen zunehmend auch ältere Menschen das Angebot für Bezahlinhalte in Anspruch: So haben sich in der Zielgruppe 45 Jahre plus die Verkäufe sogar fast verdoppelt.

Angebot wächst deutlich

Deutlich wird auch gegenüber der Vorgängerstudie 2016: Das Paid-Content-Angebot wächst. Die Studienpartner nennen neue Apps fürs Smartphone, Filme über Streaming-Dienste oder Game als Beispiele. "Die Studie belegt deutlich, dass das Medienbudget der Konsumenten sich weiter zugunsten digitaler Angebote verschiebt", folgert das Team der Hochschule Fresenius in Hamburg.

Für die "Paid-Content"-Studie wurden von der Hochschule Fresenius Hamburg zusammen mit dem DCI Institut insgesamt 2612 Personen mittels eines Online-Fragebogens befragt.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.