Pay-TV-Betrug: Sky und Nagravision legen Hackern das Handwerk

Sky und sein Verschlüssler Nagravision können aufatmen: Ein Hacker-Ring ist diese Woche aufgeflogen, der illegale Karten und Receiver im Internet verkauft hat. Auch Astra ist betroffen. Die Schadenssumme ist sechsstellig.

Text: Petra Schwegler

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Aufatmen bei Sky: Den Ermittlungsbehörden in Niedersachsen und NRW ist in dieser Woche ein schwerer Schlag gegen einen Ring von „Cardsharing“-Betrügern im norddeutschen Raum gelungen. Die Beschuldigten sollen über das Internet zahlreiche Kunden mit illegalen Pay-TV-Zugängen und manipulierten Receivern versorgt haben. Laut Angaben von Sky, der Polizei und der Staatsanwaltschaft Verden haben 1200 Beamte der Polizeidirektion Göttingen und Hannover, der Landeskriminalämter Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, der Polizei Iserlohn und weiterer Polizeidienststellen zeitgleich bundesweit an insgesamt 23 Orten Durchsuchungen erfolgreich durchgeführt und Beweismaterial sichergestellt. Der Tipp beziehungsweise die Anzeige kam von Nagravision, dem Schweizer Verschlüsselungsdienstleiter des deutschen Pay-TV-Unternehmens Sky. Für beide geht es um eine beträchtliche Schadenssumme; derzeit gehen die Behörden von über 120.000 Euro aus.

Die Details: Ermittelt wird demnach gegen 26 Personen im Alter zwischen 17 und 62 Jahren. Sie stehen „unter dem Verdacht des Ausspähens von Daten, des gewerbsmäßigen Computerbetruges, des Verrats von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen, der gewerbsmäßigen unerlaubten Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke und des gewerbsmäßigen Betruges“, wie es in der Mitteilung heißt.

Im Zentrum der Ermittlungen steht nach dem bisherigen Stand ein 50-Jähriger aus dem Landkreis Nienburg/Weser, der verdächtgt wird, im Internet illegale Zugangsmöglichkeiten zu diversen Pay-TV-Angeboten, darunter Sky und die Astra-Tochter HD Plus, verkauft zu haben. Auch manipulierte Receiver seien im Versandhandel des Beschuldigten zu erwerben gewesen. Dem 50-Jährigen wird vorgeworfen mit mehreren sogenannten Cardsharing-Servern ein illegales "Piratensystem" für bis zu 1300 Kunden aufgebaut zu haben. Ein 38-Jähriger Beschuldigter soll die illegalen Pay-TV Zugangsdaten und die benötigte Hardware zusätzlich über ein Ladengeschäft in Delmenhorst vertrieben haben. Den Hauptbeschuldigten drohen im Falle einer Verurteilung mindestens fünf Jahre Freiheitsstrafe.

Als Geschädigte seien bisher Sky Deutschland und das Schweizer Unternehmen Nagravision ausgemacht, heißt es bei der Staatsanwaltschaft. Es sei jedoch zu erwarten, dass im Zuge der Ermittlungen weitere Geschädigte ausgemacht werden.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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