Pay-TV-Studie: So setzt mehr Wettbewerb Anbieter wie Sky unter Druck

Preisverfall im Abofernsehen? Laut einer Analyse der Hochschule RheinMain gerät der Pay-TV-Markt durch immer mehr Abruf- oder Triple-Play-Angebote in den kommenden Jahren in Schieflage...

Text: Petra Schwegler

18. Jul. 2012

Für klassische Pay-TV-Anbieter wie Sky sind es keine schönen Prognosen, die sich aus dem wissenschaftlichen Begriff "Hypercompetition“ ergeben. Zu erwarten ist: Der Abo-Markt gerät durch immer mehr Abruf- oder Triple-Play-Angebote als attraktive Alternativen zum Pay-TV in den kommenden Jahren unter immensen Wettbewerbsdruck. Die unterschiedlichen Inhalte und Kosten werden sich in der Folge angleichen, ein Preisverfall wird erwartet. Aus klassischem Abo-Fernsehen à la Sky wird nicht mehr herauszuholen sein.

Das sind die Kernthesen der aktuelle Marktanalyse der Hochschule RheinMain. Peter Winzer, Professur für Medien- und Telekommunikationswirtschaft und Thies Haase haben die "Prognose des Wettbewerbsverhaltens im Pay-TV-Markt anhand des Hypercompetition-Modells" in der Hamburger Fachzeitschrift „MedienWirtschaft“ veröffentlicht.

Die Wissenschaftler haben bei ihrer Analyse das "Hypercompetition-Modell“ von D´Aveni als Messlatte für den deutschen Markt herangezogen. Die Erkenntnis dabei ist, dass „der deutsche Pay-TV-Markt hyperkompetitive Züge aufweist“. Es gebe eine Vielzahl von Anbietern, die um Kunden für kostenpflichte, werbefreie Bewegtbild-Inhalte kämpfen würden. Dazu gehören klassische Pay-TV-Anbieter, Kabel- und Telekommunikationsunternehmen sowie TV-Sender, die eigene Video-on-Demand-Dienste aufbauen. „Die Rivalität dieser Anbieter um teure Übertragungsrechte und um Free-TV-verwöhnte Kunden ist sehr hoch“, urteilen Winzer und Haase.

Welche Entwicklung wird der Wettbewerb im Pay-TV-Markt in den kommenden Jahren nehmen? Die Prognosen der Forscher:

- Echte Marktvorsprünge durch exklusive Inhalte oder Verbreitungstechniken können die Anbieter demnach kaum noch herausarbeiten.

-Vermeintlich exklusive Inhalte wie etwa Spielfilme werden so vielschichtig und in schneller Taktung vermarktet, dass die Exklusivität in einem Verbreitungsweg nur noch sehr kurze Zeit besteht.

- Die Grenzen zwischen den Kanälen Internet, TV und Mobile verwischen derart, dass keine einzelne Plattform einen echten Mehrwert allein aufgrund ihrer technischen Voraussetzungen bietet. 

- Erwartet wird, dass der Wettbewerb in den kommenden Jahren über kurzfristige Relationen von Preis und Inhalt gesteuert werden wird.

- Für die Kunden dürfte das bedeuten: Mehr Auswahl zu attraktiveren Preisen.

Überraschend dürften derlei Thesen über die Zukunft des Abofernsehens für Sky nicht sein. Der Anbieter aus München und sein CEO Brian Sullivan haben in den vergangenen Jahren neue Services gestartet, die Angebotspalette erweitert und auf die Entwicklungen beim mobilen Medienkonsum reagiert.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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