Personalisierte Tageszeitung "Niiu" auf Eis gelegt

Zwangspause für "Niiu":Der Dienstleister InterTi GmbH stellt das ambitionierte Projekt vorerst ein und sucht nun einen Geldgeber sowie ein neues Konzept.

Text: Petra Schwegler

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"Niiu", die persönlich zusammen gestellte Tageszeitung aus dem Internet, ist vorerst gescheitert. Lesern und Abonnenten wird jetzt vom Berliner Dienstleister InterTi GmbH mitgeteilt: "Nach über einem Jahr haben wir uns entschlossen die Produktion von n"Niiu" vorerst einzustellen. Spätestens zum Sommer wird "Niiu" in neuer Form verfügbar sein." Am Geschäftsmodell soll nun gefeilt und versucht werden, 'Niiu'noch attraktiver" zu machen. Ein "finanzkräftiger" Partner wird gesucht.

InterTi GmbH will den Vertrieb ajuslagern und "mit Partnern umsetzen" - auch Logistik und Druck soll an "starke Partner übergeben" werden. Man fokussiere sich auf die Weiterentwicklung des Produktes und den Ausbau des Partnernetzwerkes. Eine neue Klientel ist im Visier: der Firmenkundenmarkt mit Hotels oder Unternehmen. "In diesem Segment sehen wir für die gedruckte Zeitung nach wie vor große Chancen", heißt es. Auch Applikationen für mobile Endgeräte stehen aus der Liste. "Dabei wird Niiu immer ein Modell im Auge haben, was im Gegensatz zu aktuellen APP’s wie Flipboard und Co. die Vergütung der Inhaltslieferanten genauso berücksichtigt wie eine attraktive Darstellung pluralistischer Inhalte in einem Medium", so InterTi.

Für die individualisierte Zeitung "Niiu“ ist im Novmer 2009 der Startschuss in Berlin gefallen - als Vorhaben, im schwächelnden Printmarkt einen neuen Hoffnungsträger zu platzieren. Seither haben sich Interessenten auf dem Internetportal niiu.de aus überregionalen, regionalen und internationalen Zeitungen sowie hunderten von Internetinhalten eine 24seitige individuelle Zeitung zusammenstellen können. Die Zeitung ist dann täglich gedruckt und von Montag bis Freitag vom Berliner Zeitungsvertrieb zugestellt worden.

Hinter "Niiu" stehen die Jungunternehmer Hendrik Tiedemann und Wanja Sören Oberhof. Sie haben Printpartner wie "Bild", "B.Z", "Frankfurter Rundschau" , "Mitteldeutsche Zeitung", "Abendzeitung", "New York Times" oder auch "Komsomolskaya Prawda" zusammen. Für 1,80 Euro pro Ausgabe sind individuelle Zeitungen erstellt worden. Anzeigenkunden sollten per Targeting Abonnenten über Merkmale wie Geschlecht, Wohngebiet oder Universität auswählen können. Um das Anzeigenmarketing hat sich der ehemalige Springer-Mann Thomas Stannebein gekümmert. Wie jetzt gemeldet, haben Tiedemann und Oberhof täglich 3500, aber nicht die avisierten 5000 Abonnenten erreicht.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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