Axel Springer :
Peter Würtenberger treibt Vermarktung von Upday voran

Springers mobiler Newsaggregator Upday steigt jetzt ernsthaft in die Vermarktung ein und expandiert in Europa.

Text: Judith Pfannenmüller

Peter Würtenberger auf Werbetour: Springers Upday steigt jetzt ernsthaft in die Vermarktung ein.
Peter Würtenberger auf Werbetour: Springers Upday steigt jetzt ernsthaft in die Vermarktung ein.

Etwa ein Jahr nach dem Launch im Februar 2016 kann sich Axel Springers Nachrichten-Aggregator Upday mit über 40 Millionen Visits (IVW Januar 2017) und 3,2 Millionen Unique Usern im Monat (eigene Angaben) - davon 1 Million täglich - zu den größten mobilen Nachrichtenplattformen in Deutschland zählen.

In allen vier Märkten, in denen Upday bislang aktiv ist (Deutschland, UK, Frankreich und Polen) kommt der auf Samsung-Galaxy-S7-Smartphones vorinstallierte News-Dienst auf insgesamt mehr als acht Millionen Unique User. Im Mai will CEO Peter Würtenberger erstmals offizielle Agof-Zahlen vorlegen, etwas später als ursprünglich angekündigt. Die britschen Marktforscher von Brandpotential hatten in einer Erhebung für Upday in den vier Ländern ein Potenzial von insgesamt 14,9 Millionen Unique Usern errechnet, davon 4,5 Mio. in Deutschland. Es liegt vermutlich an Samsungs zwischenzeitlichen Ärger mit brennenden Akkus, dass dieses Potenzial noch nicht voll ausgeschöpft ist. Bis 2017 soll Upday auf 20 Millionen Geräten in 16 Ländern vorinstalliert sein, derzeit sind es 10 Millionen.

Würtenberger geht auf Werbetour

Bislang war die mobile Plattform bis auf einzelne Kampagnen (VW, Microsoft, Canon) weitgehend werbefrei. Doch nun will Würtenberger den Reichweitenzuwachs nutzen, um "Vollgas zu geben" und ernsthaft in die Vermarktung einzusteigen: In den nächsten Wochen wird der CEO auf einer Roadshow bei den Top-30-Markenartikelkunden in Deutschland persönlich vorstellig werden (Upday ist natürlich auch im Portfolio von Springers Konzernvermarkter Media Impact). Kampagnen mit Seat, Vodafone, Mediamarkt und Samsung sind bereits in Vorbereitung.

Im Angebot hat Würtenberger bildschirmfüllende Display-Werbung und Videowerbung zum Bruttopreis von 100 Euro pro tausend Kontakte, für Native-Advertising-Kampagnen wird ein Aufschlag von 20 Prozent fällig. Die Werbeformate sind nutzerfreundlich: Die Werbung lässt sich nach dem gleichen Prinzip wie die Nachrichten einfach weiterwischen.

Inzwischen sind auch genug User beisammen, so dass Kampagnen nach Interessengruppen ausgesteuert werden könnten. Vor allem in den Bereichen Technik, Finanzen, Auto gibt es genügend Targeting-Masse. Das überrascht nicht, wenn man weiß, dass die Upday-Nutzer überwiegend männlich (65 Prozent) sind. 80 Prozent der Nutzer sind unter 44 Jahre alt, davon die größte Gruppe (34 Prozent) zwischen 25 und 34 Jahre.

Weitere Länderstarts sind in Planung

Bis Ende des Jahres will Upday in zwölf weiteren Ländern starten. Derzeit entstehen jeweils 6-köpfige Redaktionen in Mailand und Madrid, danach in in Amsterdam und Stockholm (für alle nordischen Länder). Insgesamt wird Upday bis Ende des Jahres etwa 90 Mitarbeiter beschäftigen, davon 48 in insgesamt 8 Redaktionen. Die europaweite Vermarktung wird von Berlin aus gesteuert.

Pläne, bis wann Upday profitabel sein soll, mag Würtenberger nicht offenlegen.


Autor:

Judith Pfannenmüller
Judith Pfannenmüller

ist Korrespondentin für W&V in Berlin. Sie schaut gern hinter die Kulissen und stellt Zusammenhänge her. Sie liebt den ständigen Wandel, den rauhen Sound und die thematische Vielfalt in der Hauptstadt.