Neue Audio-Formate :
Podcast liegt im Trend

Spotify mit dem BR, Deezer mit Kuttner/Niggemeier: Die Zahl der Podcast-Kooperationen wächst zusehends. Audio im Netz boomt.

Text: Petra Schwegler

Spotify mit dem BR: Die Zahl der Podcast-Kooperationen wächst.
Spotify mit dem BR: Die Zahl der Podcast-Kooperationen wächst.

Audio im Netz wird derzeit – auch aufgrund des Amazon-Vorstoßes Alexa – eine große Zukunft vorhergesagt. Dazu zählt das Hören auf Abruf, das diverse Podcast-Anbieter fördern. Und die für reichlich Nachschub bei den Hörspielen der Neuzeit sorgen: So hat Spotify zusammen mit der Münchner ARD-Anstalt BR Ende 2016 den Wettbewerb "Call for Podcast" ausgerufen. Die Partner verkünden jetzt: "Mit 601 Einsendungen wurden alle Erwartungen übertroffen."

Bei "Call for Podcast" haben 51 Juroren aus der Podcast-, Radio- und Medienbranche die Einreichungen bewertet und die zehn besten Konzepte herausgefiltert. Die Pilotepisoden liegen jetzt zum Anhören auf Callforpodcast.de vor.

"Aus diesen zehn Piloten wird die Jury bis Ende März nochmals drei Favoriten bestimmen, die in Kooperation mit dem BR eine mehrteilige Staffel ihres Podcasts produzieren sollen", heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung von Spotify und dem öffentlich-rechtlichen Sender. Darunter ist Gesellschaftskritisches ebenso wie Wahlkampfanalyse oder ein "Podcast über Geld und gutes Leben".

Quelle: BR/Spotify/Call for Podcast

Quelle: BR/Spotify/Call for Podcast

Der Wettbewerb "Call for Podcast" richtete sich laut BR an "routinierte Radiomacher und unerfahrene Audio-Nerds, an experimentierfreudige Hörer und die Podcast-Liebhaber hierzulande gleichermaßen". Gesucht hatte der Bayerische Rundfunk in Kooperation mit Spotify neue und "unerhörte" Ideen. Das Ziel des BR: "die Erfahrung, Expertise und die Gestaltungsmöglichkeiten eines öffentlich-rechtlichen Medienhauses mit der Kreativität und den Zugängen der Szene zusammen zu bringen".

Deezer lässt Kuttner und Niggemeier plaudern

Aktuell legt auch der Streamingdienst Deezer nach, der mit Moderatorin Sarah Kuttner und Medienkritiker Stefan Niggemeier (Bildblog.de, Uebermedien.de) den wöchentlichen Podcast "Das kleine Fernsehballett" startet. Die bekennenden TV-Junkies plaudern jeden Dienstag über alles, "was aus viereckigen Geräten rauskommt und sich bewegt".

Für die wöchentlichen 45 Minuten verspricht der Streaminganbieter:

"Für 'Das kleine Fernsehballett' schlüpfen die beiden in ihre Schläppchen und drehen Pirouetten um alle Arten von Programm: klassische Fernsehsender, Youtube, Netflix. Sie reden über das, worüber alle reden, über das, worüber alle reden sollten, und über das, was bestimmt kein Schwein sonst interessiert, aber ein guter Anlass für ein Gespräch über Gottschalk und die Welt ist."

Hier der Bewegtbild-Clip zum Hörererlebnis:

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Launiges für die Lauscher bietet der große Mitbewerber Spotify übrigens seit geraumer Zeit: Den Podcast-Nutzern servieren die Schweden Jan Böhmermann und Olli Schulz exklusiv "Fest & Flauschig", das zuvor als "Sanft & Sorgfältig" in öffentlich-rechtlichen Radiowellen zu hören war.

Ganz frisch sind Zahlen aus dem Hörbuchmarkt - demnach hat die Kaufintensivität der Fans 2016 deutlich zugenommen. Das zeigt eine Analyse des GfK Consumer Panels im Auftrag des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Die Zahl der durchschnittlich pro Hörbuchkäufer erworbenen Titel auf CD oder digital stieg demnach von 4,6 auf 5,0 Hörbücher. Der Umsatz wuchs um 1,1 Prozent. Rund 3,3 Millionen Menschen haben 2016 physisch und/oder digital Hörbücher erworben, es wurden insgesamt rund 16,3 Millionen Hörbücher am Publikumsmarkt abgesetzt


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.