Durchsuchung :
Polizei durchsucht Redaktionsräume der "Augsburger Allgemeinen"

Die Polizei rückte gestern mit einem Durchsuchungsbeschluss in den Redaktionsräumen der "Augsburger Allgemeinen" an. Grund: Diese weigert sich, den Klarnamen eines Foren-Nutzers herauszugeben.

Text: Katja Schönherr

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Das Verlagshaus der "Augsburger Allgemeinen" ist am Montagnachmittag von der Polizei durchsucht worden. Die Beamten beschlagnahmten dabei die Daten eines Forennutzers, wie die Zeitung auf ihrer Internetseite berichtet.

Der Leser hatte im Herbst 2012 den Augsburger Ordnungsreferenten Volker Ullrich von der CSU nach einem Bericht über das geplante Vorgehen gegen Straßenprostitution in der Stadt unter einem Pseudonym scharf attackiert. Ullrich forderte nach Darstellung des Blattes daraufhin wegen "ehrverletzender Äußerungen" die Herausgabe der Kontaktdaten des Nutzers, die er schließlich mithilfe der Polizei erzwang. Die Redaktion hatte die Herausgabe aus Datenschutzgründen bis zuletzt verweigert.  Schon im Herbst 2011 hatte Ullrich die Herausgabe von Daten durch die Zeitung verlangt - damals konnte sich die Zeitung erfolgreich verteidigen.

Wie die "Augsburger Allgemeine" allerdings in einem Update meldet, will der Referent seinen Strafanzeig zurückziehen, sollte sich der Foren-Autor bei ihm entschuldigen. Er betonte, dass ein unabhängiges Gericht die Durchsuchung angeordnet habe. 


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Anonymous User 29. Januar 2013

Das ist gut und richtig so. Das Internet mit seinen Kommentar- und Forenfunktionen darf kein rechtsfreier Raum bleiben. Wer andere über das Web beleidigt und herabsetzt muss mit den entsprechenden Konsequenzen rechnen.

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