Wirtschaftlichkeitsstudie :
Radio und Fernsehen: Die Branche wächst

Hörfunk- und Fernsehanbieter können auf steigende Einnahmen bauen: Sie haben 2014 insgesamt 19,01 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das Radio boomt. Allerdings: Die Rentabilität leidet und der Anteil der Werbung am Umsatz geht immer mehr zurück.

Text: Anja Janotta

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Hörfunk- und Fernsehanbieter können auf steigende Einnahmen bauen: Sie haben 2014 insgesamt 19,01 Milliarden Euro erwirtschaftet - das sind 1,53 Milliarden Euro mehr als 2012. Radio boomt und auch die Jobs werden immer mehr. Allerdings: Die Rentabilität hält mit der Umsatzentwicklung nicht Schritt. Das zeigt die Studie "Wirtschaftliche Lage des Rundfunks in Deutschland 2014/2015", die im Auftrag von neun Landesmedienanstalten erarbeitet wurde.

Die Zahlen im Einzelnen: Mit einem Umsatz von rund 9,48 Milliarden Euro 2014 (plus 4,2 Prozent gegenüber 2013) konnten die privaten TV- und Hörfunksender (Teleshopping-Angebote sind mitgerechnet) ihre Einnahmen zwar weiter deutlich steigern, mussten dabei aber Profitabilitätseinbußen hinnehmen. Der Gewinn ging von 729 Millionen Euro in 2013 auf 660 Millionen Euro in 2014 zurück. Der starke Anstieg der Einnahmen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk auf 9,53 Milliarden Euro sei auf den Wechsel von der Rundfunkgebühr in eine Haushaltsabgabe Anfang 2013 zurückzuführen, so die Studienautoren.

Wachstumsstärkstes Segment im TV-Bereich sind Bezahlangebote wie Abonnements und Video on Demand. Die Pay-Umsätze hätten an den Erträgen bereits einen Anteil von 21 Prozent, während der Werbeumsatz-Anteil nur noch 50 Prozent beträgt. Die  insgesamt 54 bundesweiten privaten Free- und 78 Pay-TV-Sender in Deutschland konnten 2014 ihre Gesamterlöse auf rund 6,96 Milliarden Euro steigern (ohne Teleshopping). Allerdings mussten auch sie einen Gewinnrückgang hinnehmen. Lagen die Gewinne 2012 noch bei rund 1,02 Milliarden Euro erzielten die bundesweiten Sender 2014 nur noch ein Betriebsergebnis von 462 Millionen Euro. Das sei vor allem den hohen Programminvestitionen geschuldet, heißt es. 

Sorgenkind bleibt das Lokale: So kämpfen die Lokal-TV Sender weiter mit schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen, was auch zur Pleite einiger Sender führte. Den Einnahmen der 146 Sender von insgesamt rund 98 Millionen Euro stehen Ausgaben von 105 Millionen Euro gegenüber. 

Die privaten Hörfunkanbieter konnten dank eines stabilen Radiowerbemarkts 2014 Rekorderträge von 679 Millionen Euro und damit einen Gesamtgewinn von 90 Millionen Euro 2014 (2012: 88  Millionen Euro) verzeichnen. Davon wurden 405 Millionen Euro durch landesweite Hörfunkangebote erwirtschaftet, 217 Millionen Euro durch lokale Radios, 57 Millionen durch bundesweite. Ein Manko: Die Abhängigkeit von Werbeerlösen und Sponsoring blieb mit einem Anteil von 86 Prozent an den Gesamtumsätzen weiterhin sehr hoch.

Auch die Anzahl der Jobs wächst: Zwischen 2012 und 2014 nahm bei den privaten Rundfunkanbietern die Zahl der Mitarbeiter auf 21.300 zu - was einem Plus von 17 Prozent entspricht. Dieser Zuwachs ginge vor allem auf diverse Akquisitionen im Online- und Digitalbereich  zurück. Insgesamt waren 2014 im privaten und öffentlich-rechtlichen Rundfunk 41.897 Beschäftigte angestellt (ohne Teleshopping und Deutsche Welle).

Die Studie "Wirtschaftliche Lage des Rundfunks in Deutschland 2014/2015", wurde im Auftrag der Landesmedienanstalten und unter Federführung der BLM von Goldmedia durchgeführt. Sie basiert auf einer Befragung aller zugelassenen privaten Rundfunkanbieter in Deutschland.


Autor:

Anja Janotta, Redakteurin
Anja Janotta

seit 1998 bei der W&V - ist die wohl dienstälteste Onlinerin des Hauses. Am liebsten führt sie Interviews – quer durch die ganze Branche. Neben der W&V-Morgenpost, Kreativ- und Karrierethemen schreibt sie ab und zu was völlig anderes - Kinderbücher. Das jüngste dreht sich um  ein paar nerdige Möchtegern-Influencer.



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