Überraschende Wende :
Red-Bull-Chef Mateschitz lässt Servus TV am Leben

Kein Betriebsrat - und Servus TV darf weiterleben. So ist der Stand der Dinge, den das Red-Bull-Team um Dietrich Mateschitz am Mittwoch kommuniziert.

Text: Petra Schwegler

Der 3. Mai geht in die Geschichte von Servus TV an - als Tag des Sendeschlusses.
Der 3. Mai geht in die Geschichte von Servus TV an - als Tag des Sendeschlusses.

Kehrtwende bei Servus TV: Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz will den Sender offenbar doch nicht aufgeben. Wörtlich heißt es zu diesem bisher einmaligen Vorgang in der deutschsprachigen TV-Geschichte in einer Mitteilung aus Salzburg:

"Mittwochnachmittag trafen sich die Verantwortlichen von Arbeiterkammer, Gewerkschaft und Red Bull. Basierend auf gegenseitiger Akzeptanz und Respekt sowie dem Verständnis der jeweiligen Positionen und Standpunkte kam es zu einem konstruktiven Gespräch betreffend Servus TV. Nicht überraschend für einen Betrieb, der für seine hohen sozialen Standards bekannt ist, lehnt die überwiegende Mehrheit der Mitarbeiter einen Betriebsrat ab.
Im Gespräch mit AK und ÖGB wurde diese Haltung der Belegschaft respektiert und damit bestehende Vorbehalte beseitigt. Die Fortsetzung der partei-politischen unabhängigen Linie wird von allen Beteiligten begrüßt. Red Bull führt daher den Sender weiter, und die Kündigungen werden zurückgenommen."

Und das rund eineinhalb Tage nach der Ankündigung, dass der Sender vom Netz gehen soll und gut einen Tag, nachdem durchgesickert war, dass die Gründung eines Betriebsrats als Auslöser hinter dem Entschluss stehen könnte. Jetzt gehen die Verantwortlichen davon aus, "dass sie dadurch eine gute Basis und Strategie gefunden haben, um die jeweiligen Ziele – die überwiegend gemeinsame und im Weiteren ähnliche Ziele sind – zu erreichen".

Am Dienstag war noch die Rede davon, dass Servus TV nach sieben Jahren on Air und trotz Investitionen von nahezu dreistelligen Millionenbeträgen pro Jahr "wirtschaftlich untragbar sei". Selbst wenn der werbefinanzierte Sender mit Alpenschwerpunkt keinen Gewinn abwerfen mag, so galt er dennoch immer als Teil der Content-Marketing-Strategie des Energydrink-Konzerns.

Wie der Zwist auch ausgehen mag: Mateschitz hat einmal mehr bewiesen, dass Red Bull ein sehr unkonventionelles Unternehmen ist, das taff durchzugreifen vermag. Die rund 250 betroffenen Mitarbeiter des Salzburger Senders freuen sich jedenfalls, dass dem angedrohten "Servus" dann doch noch "Servus" gesagt wird ...