Sky ist mit AGF-Zahlen unzufrieden :
Reichweiten: Sky baut eigenes Messsystem auf

Sky startet ein eigenes Messsystem, das 15K Panel. Der Grund: Die von der AGF erhobenen Zahlen bilden die Reichweiten der Pay-TV-Plattform nicht genau ab. 

Text: Lisa Priller-Gebhardt

Sky-Media-Geschäftsführer Martin Michel. (l.) und Thomas Deissenberger.
Sky-Media-Geschäftsführer Martin Michel. (l.) und Thomas Deissenberger.

Sky hat ein Problem: Die Pay-TV-Plattform hat zwar eine Million Abonnenten mehr als vor drei Jahren. Die Reichweite bleibt aber gleich. Ein bekanntes wie auch ärgerliches Problem, dem die beiden Sky-Media-Geschäftsführer Martin Michel und Thomas Deissenberger jetzt auf den Leib rücken. "Wir haben uns entschieden, unsere eigene Reichweitenmessung Sky 360 deutlich auszubauen", kündigt Michel an. Das neue Projekt heißt 15K und ist ein Panel, mit dem die Pay-TV-Plattform künftig das Mediennutzungsverhalten in 15 000 Sky-Haushalten direkt über die Set-Top-Boxen messen wird.

Mit dem neuen System will Sky "die Lücke in der Darstellung schließen und auch kleinere Reichweiten ohne Schwankungsbreiten ausweisen". Davon profitieren werden in erster Linie kleinere Sender wie Sky Atlantic HD, aber auch viele der Partnersender. "Wir müssen diesen Schritt gehen, weil wir derzeit für unsere Plattform keine ausreichende, zukunftsgerichtete Währung im Markt sehen", sagt Michel. Das riecht nach Ärger. Soll es aber nicht, denn die AGF ist laut Sky Media in alle Pläne eingeweiht. "Wir tun das nicht in feindlicher Absicht, sondern lediglich, um den Anteil, den wir am Zuschauermarkt generieren, sauber abzubilden", kündigt Deissenberger an.

Man überlege nun, wie man die neuen Zahlen mit denen der AGF "sinnvoll verknüpfen und ergänzen könne", beschwichtigen die beiden Geschäftsführer im Interview in der aktuellen W&V (22/2016). Im Sommer sollen bereits erste Daten vorliegen, der vollständige Betrieb von 15K ist für Januar 2017 vorgesehen.

Wie Sky seine Abhängigkeit vom Sport reduzieren will, neue Geschäftsfelder erschließt und warum der Unterföhringer Vermarkter den Bollywood-Sender Zee One ins Portfolio aufgenommen hat, lesen Sie im W&V-Interview. (lip/mp)


Autor:

Lisa Priller-Gebhardt
Lisa Priller-Gebhardt

schreibt als Autorin überwiegend für W&V. Im Zentrum ihrer Berichterstattung steht die geschwätzigste aller Branchen, die der Medien. Nach der Ausbildung an der Burda Journalistenschule schrieb sie zunächst für Bunte und das Jugendmagazin der SZ, Jetzt. Am liebsten sind ihr Geschichten der Marke „heiß und fettig“.