Digitale Bewegtbildvermarktung :
RTL-Gruppe will Smartclip kaufen

Die geplante Übernahme des einstigen Startups Smartclip durch die RTL-Familie könnte die Kräfteverhältnisse im deutschen TV-Werbemarkt verändern.

Text: Thomas Nötting

Die Mediengruppe RTL Deutschland steht vor der Übernahme des Hamburger Onlinevideovermarkters Smartclip. Beide Seiten haben sich auf den Kauf geeinigt, der aber noch vom Bundeskartellamt genehmigt werden muss. Das berichtet die W&V in ihrer aktuellen Printausgabe (EVT: 21.3.).

Der Kölner TV-Konzern will demnach zunächst 93,75 Prozent der Anteile am Hamburger Bewegtbildspezialisten erwerben. Auf die restlichen Anteile hat sich RTL eine Option gesichert. Der Kaufpreis liegt bei 46,9 Millionen Euro. Verkäufer ist vor allem der Londoner Onlinekonzern AMG Advertising Topco. Die frühere Adconion-Gruppe hatte 2011 die Mehrheit an Smartclip gekauft.

Die Gründer des Bewegtbildvermarkters, CEO Jean-Pierre Fumagalli und COO Roland Schaber sowie die übrigen Vorstände CTO Thomas Servatius, Thorsten Schütte-Gravelaar und Oliver Vesper sollen im Management bleiben.

Der Deal würde hierzulande die Karten im Geschäft mit Onlinevideowerbung neu mischen: Die 2008 gegründete Firma gehört neben Googles Marktführer Youtube, der ProSiebenSat.1-Gruppe und der RTL-Gruppe selbst zu den führenden Bewegtbildvermarktern in Deutschland. Smartclip arbeitet mit rund 700 Partnern zusammen. Die Werbeflächen von Publishern und Geräteherstellern werden dabei über die programmatische Plattform SmartX verkauft.

Nach eigenen Angaben kommt Smartclip in Deutschland auf eine Reichweite von rund 12 Millionen Unique Usern. Weltweit sind es 70 Millionen. "Mit der Übernahme von Smartclip würden wir einen großen Sprung nach vorn machen und im Onlinevideomarkt weiter an Relevanz gewinnen", erklärt Matthias Dang, Geschäftsführer des RTL-Vermarkters IP Deutschland.

Weitere Hintergründe und warum vor allem SmartX von großer Bedeutung ist - das lesen Sie in der aktuellen Printausgabe der W&V. Abo


Autor:

Thomas Nötting
Thomas Nötting

ist Leitender Redakteur bei W&V. Er schreibt vor allem über die Themen Medienwirtschaft, Media und Digitalisierung.