Die Öffentlich-Rechtlichen begrüßen den Wechsel des Gebührenmodells. Der ARD-Vorsitzende Peter Boudgoust sagt: "Es ist ein modernes System, das den technischen Entwicklungen gerecht wird und vieles einfacher und nachvollziehbarer macht. Auch wenn das aktuelle Gebührenmodell noch bis 2013 gilt, ist mit der Entscheidung der Ministerpräsidenten nun das Ziel klar bestimmt." ZDF-Chef Markus Schächter nennt die Haushaltsabgabe "zukunftssicher" sowie "einfacher und verständlicher". Deutschlandradio-Intendant Wille Steul betont: "Dieses wesentlich klarere und einfachere System hat die Chance, die Akzeptanz eines Rundfunkbeitrages zu erhöhen, wenn auch die Detailgestaltung noch Risiken birgt." Generell begrüßt wird das Ganze auch von der Politik selbst. Das neue Modell sei "die beste Grundlage für ein gutes, unverwechselbares Programm von ARD, ZDF und dem Deutschlandfunk", sagt Marc Jan Eumann MdL, Vorsitzender der Medienkommission beim SPD-Parteivorstand. Aber er rügt den Stillstand beim Werbeverbot: "Am Widerstand der CDU-Ministerpräsidenten ist ein anderer wichtiger Reformschritt gescheitert: Der von Ministerpräsident Kurt Beck vorgeschlagene stufenweise Ausstieg aus der Werbung." Eumann kündigt an: "Das Thema bleibt auf der medienpolitischen Agenda."

Laute Kritik kommt indes vom Privatfunkverband VPRT; hörbar angesäuert ist dessen Präsident Jürgen Doetz über das auf Eis gelegte stufenweise Werbeverbot: "Die Chance, die Legitimation von ARD und ZDF auch perspektivisch zu stärken, ist damit für lange Zeit vertan. Auf der Stecke geblieben ist die politische Glaubwürdigkeit - statt standhaft zu bleiben haben einige Ministerpräsidenten offenkundig lieber den Kniefall zum 60. Geburtstag der ARD geübt."



Petra Schwegler, Redakteurin
Autor: Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.