"Zeit" liegen Zahlen vor :
Russische Seite streute Gerücht - 17.000 Beiträge folgten

Sputnik heizte die Gerüchteküche um Frankreichs Politiker Emmanuel Macron an. Laut "Zeit" folgten weltweit mehr als 17.000 Artikel zum Thema.

Text: Petra Schwegler

Auf Sputnik wird die Gerüchteküche um Frankreichs Politiker Emmanuel Macron immer wieder thematisiert.
Auf Sputnik wird die Gerüchteküche um Frankreichs Politiker Emmanuel Macron immer wieder thematisiert.

Ein Gerücht geht um die Welt: Das von einer russischen Internetseite gestreute Gerücht, der französische Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron sei homosexuell, hat im Umfeld des französischen Wahlkampfs weltweit Einfluss entfaltet.

"Insgesamt sind mehr als 17.000 TV- und Radio-Beiträge, Zeitungs- und Online-Artikel, Blogbeiträge und Posts zu dem Thema erschienen", berichten "Die Zeit" und Zeit Online unter Berufung auf Zahlen der Firma Unicepta, die für die Medienmarke exklusiv erstellen worden sind. Besonders viel Aufmerksamkeit bekam das Gerücht demnach in Frankreich.

Die Daten beziehen sich auf den Zeitraum zwischen dem 4. und 15. Februar. Laut der Daten von Unicepta erschienen auch mehr als 30 Artikel zu Macron in den Print-Ausgaben deutscher Zeitungen und Magazine. Einen Höhepunkt erreichte die Debatte am 7. Februar.

"Ein Beispiel für die Frage, ob und wie sich der russische Staat in den Wahlkampf in Frankreich einmischt"

Ausgangspunkt für die weltweite Debatte war ein Artikel auf einer noch recht neuen, pro-russischen Internetseite namens Sputnik. Sie wird der "Zeit" zufolge vom russischen Staat finanziell unterstützt. "Insofern ist der Fall Macron ein Beispiel für die viel diskutierte Frage, ob und wie sich der russische Staat in den Wahlkampf in Frankreich einmischt", folgert das Hamburger Team. Vermutet werde, dass Macron mit dem Gerücht gezielt geschadet werden sollte, heißt es.

Unterdessen hat Russland eine Einmischung in den Wahlkampf der Franzosen zurückgewiesen. Auch hat sich das Land gerade dazu bekannt, gezielte Desinformation in Form von "Fake-News" im Netz bloßstellen zu wollen.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.