Vermarktung bei Sky :
Schweppes bucht "Babylon Berlin"

Erste Bilder und Clips der üppigen Eigenproduktion von Sky und ARD lassen auf eine hochwertige Serie schließen. Zwei Sponsoren hat "Babylon Berlin" jedenfalls schon überzeugt.

Text: Susanne Herrmann

"Babylon Berlin", die Gemeinschaftsproduktion von Sky und ARD, wird zuerst im Pay-TV laufen: Ab 13. Oktober bei Sky 1.
"Babylon Berlin", die Gemeinschaftsproduktion von Sky und ARD, wird zuerst im Pay-TV laufen: Ab 13. Oktober bei Sky 1.

Sky und die ARD sind mit "Babylon Berlin" angetreten, um Kritikern zu beweisen: Doch, Deutschland kann auch Qualitätsserien. Bisherige Versuche scheiterten zuletzt meist: an Budgets, an Quoten, an Mutlosigkeit. Die ersten Eindrücke von "Babylon Berlin" schauen gut aus. Und die Quote immerhin spielt bei Sky eine untergeordnete Rolle. Kann der Konzern doch seinen derzeitigen und potenziellen Abonnenten zeigen: Wir machen was.

Standbein zwei bei Sky ist die Werbevermarktung; die läuft gut für die Krimiserie, die ab kommenden Freitag ausgestrahlt wird. Schweppes und Schauinsland-Reisen werben als Sponsoren im Umfeld der Goldenen Zwanziger. Das Sponsoring enthält eine klassische Logointegration: Die Marken werden in allen Launch- und Ankündigungstrailern eingebunden. Dazu gibt es Opener und Closer vor und nach allen Episoden im linearen TV sowie Pre-Rolls auf Sky Go und Sky On Demand. Schweppes wird überdies bei Promotion-Skyscrapern auf Sky Sport News HD sowie durch Logointegration auf einigen Printanzeigen und Megapostern der  Sky-Marketingkampagne zur Serie präsent sein.

Stefan Cancik, Marketingdirektor Schweppes, sieht das Sponsoring der Serie als Ergänzung zum Mediamix - der auch aufgrund der Historie gut passt: Schon seit 1783 sei Schweppes in den besten Bars der Welt zu Hause und in allen Epochen vertreten. "Oder um es mit dem neuen Claim zu sagen: 'Original bleibt Original. Seit 1783. Schweppes'", sagt Cancik.

Für den Reiseveranstalter Schauinsland-Reisen ist es weniger der historische Bezug, der sich anbietet, als die Zielgruppe, außerdem die verschiedenen Kanäle. Kommunikationschef Michael Jacobi: "Damit erreichen wir unsere Kunden crossmedial in einem einzigartigen, fantasievollen Umfeld."

Im "Babylon Berlin"-Programmumfeld werben außerdem unter anderem Ferrero, Warner Bros., Gerolsteiner und Dyson.

Die Serie "Babylon Berlin" basiert auf den Büchern von Volker Kutscher, in denen Kommissar Gereon Rath (in der Serie gespielt von Volker Bruch) im Berlin der späten 20er-Jahre ermittelt. Regie bei den 16 Folgen/zwei Staffeln führten Tom Tykwer, Henk Handloegten und Achim von Borries. Die Gemeinschaftsproduktion von X Filme Creative Pool, ARD Degeto, Sky und Beta Film sind immer freitags um 20.15 Uhr in Doppelfolgen auf Sky 1 und auf Abruf via Sky Go, Sky On Demand und Sky Ticket zu sehen. Partner ARD zeigt "Babylon Berlin" dann Ende 2018. Volker Herres, Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen, kündigte "online first" an:"In unserer Das Erste Mediathek wird die Serie vor linearer Ausstrahlung abrufbar sein."

40 Millionen Euro Produktionskosten wurden für die 16 Teile à 45 Minuten aufgebracht - etwa 3 Millionen pro Sendestunde. Laut DPA ist es die bislang teuerste deutsche Serie. Entsprechend opulent sehen die ersten Clips aus. Zum Vergleich: Für einen "Tatort" geben die ARD-Anstalten rund 1,5 Millionen Euro aus - für 1,5 Stunden.

Die Kosten von "Babylon Berlin" bringen die internationalen Lizenzverkäufe wieder herein: So hat etwa Netflix die Rechte für den US-Markt gekauft. Auch in England, Skandinavien, Frankreich, Italien und Spanien wird die Serie laufen. Christine Strobl von der ARD Degeto sagte dem "Hamburger Abendblatt", das Format habe sich schon jetzt refinanziert. Die Regisseure schreiben bereits an Staffel drei.

Sky macht mit dieser Kampagne Lust auf "Babylon Berlin".


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Und setzt sich als ehemalige Textchefin und Gelegenheitslektorin für Sprachpräzision ein. Ihre Lieblingsthemen reichen von abenteuerlustigen Gründern über Super Bowl bis Video on Demand – dazwischen bleibt Raum für Medien- und Marketinggeschichten.