"Spiegel Classic" :
Senioren-"Spiegel" kommt am 21. März

Mit Mit "Spiegel Classic" will der Verlag "Leser in den besten Jahren" ansprechen. Tipps für Hobbygärtner oder für die Urlaubsplanung inklusive.

Text: Susanne Herrmann

Aus dem Spiegel-Verlag kommen neben dem Nachrichtmagazin "Der Spiegel" auch Titel für ganz Junge ("Dein Spiegel") und nun auch Best Ager ("Spiegel Classic").
Aus dem Spiegel-Verlag kommen neben dem Nachrichtmagazin "Der Spiegel" auch Titel für ganz Junge ("Dein Spiegel") und nun auch Best Ager ("Spiegel Classic").

Mit "Spiegel Classic" will der Spiegel Verlag "Leser in den besten Jahren" - sprich: 50 plus - ansprechen. Ab 21. März ist der neue Titel am Kiosk. Zielgruppe sind insbesondere ältere Leser. "Wir teilen das Heft in drei Kapitel, das erste beschäftigt sich mit Politik und Gesellschaft", sagte Redaktionsleiterin Susanne Weingarten. "Das zweite ist eine Dossier-Reihe zu zeithistorischen Themen, im dritten geht es um Freizeit und Unterhaltung im weitesten Sinn."

Darunter fallen Themenbereiche wie Garten, Reise oder Gesundheit.  Das Heft für "Männer und Frauen in den besten Jahren" richtet sich dem Verlag zufolge an Leser, die "gebildet, gut situiert, aktiv und aufgeschlossen" sind. Begriffe wie älter, Best Ager, Senioren fallen nicht. Stattdessen: "Wir haben eine Zielgruppe, die mehr Zeit hat, die sich mit Reisen beschäftigt, mit Kulinarik, mit ihren Hobbys", sagte Weingarten, die sich aber weiterhin auch für klassische "Spiegel"-Themen interessiere. "Leute, die im Ruhestand sind, für die ein neuer Lebensabschnitt begonnen hat. Das kann mit Anfang 50 oder mit Mitte 60 passieren."

Der "Spiegel" muss es wissen, das Nachrichtenmagazin feierte selbst zum Jahresbeginn seinen 70. Geburtstag.

Warum der normale "Spiegel" für die Ruheständler nichts ist, bleibt diffus. Wo die Unterschiede liegen, erklärt Weingarten: "Wir erproben uns jetzt im Reisejournalismus, der im 'Spiegel' bisher keine Rolle gespielt hat", sagte die Redaktionsleiterin. "Spiegel Classic" soll außerdem viel stärkeren Ratgebercharakter haben. "Wir sind wesentlich praktischer orientiert, als der 'Spiegel' es je machen würde", sagt sie.

Der erste "Spiegel Classic" widmet sich der Sicherheit. (Ausgabe 1/2017)

Der erste "Spiegel Classic" widmet sich der Sicherheit. (Ausgabe 1/2017)

In "Spiegel Classic" gebe es sowohl kurze, informative als auch lange ausgeruhte Stücke wie Analysen, Porträts und Reportagen. "Die Geschichten handeln nicht davon, dass jemand schon alt ist, sie handeln davon, was für die Zielgruppe relevant ist. Die Titelgeschichte im ersten Heft beschäftigt sich mit Zukunftsangst." Ausgelöst durch Flüchtlingszuzug, Terror, Rechtspopulismus, Europakrise. Was in der Schlagzeile mündet: "Sehnsucht nach Sicherheit - Strategien für ein angstfreies Leben."

Eine Serie über Wohnformen im Ruhestand beginnt mit den Chancen und Risiken, die im Zusammenleben mit Kindern und Enkeln liegen, inklusive Tipps fürs Mehrgenerationenhaus. Hinzu kommen eine Reportage aus Namibia über einen 68-jährigen Unternehmer, der in seiner neuen Heimat Hilfsprojekte für Kinder organisiert, Praktisches für ein gutes Gedächtnis und das zeithistorische Dossier "Die Jahre, die uns prägten" mit Texten aus dem "Spiegel"-Archiv, los geht es mit der Mondlandung 1969.

Das neue Magazin "für Menschen mit Erfahrung und Entdeckergeist" kostet 4,90 Euro (ca. 140 Seiten) und hat eine Druckauflage von rund 165.000 Exemplaren. Vermarktet wird das Magazin von Spiegel QC. Die 1/1-Seite kostet 16.150 Euro, zum Auftakt gab es sie für 5500 Euro. Potenziell besteht die aktive 50-plus-Leserschaft aus gut 5 Millionen Menschen (Basis: B4P).

Der "Spiegel" selbst kämpft mit (auf recht hohem Niveau) sinkenden Printauflagen (Q4/16: 777.000) und hat sich für dieses Jahr einen Sparkurs sowie den digitalen Umbau vorgenommen. (sh/mit dpa)


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Und setzt sich als ehemalige Textchefin und Gelegenheitslektorin für Sprachpräzision ein. Ihre Lieblingsthemen reichen von abenteuerlustigen Gründern über Super Bowl bis Video on Demand – dazwischen bleibt Raum für Medien- und Marketinggeschichten.