Und was sagt RTL zu dem ganzen Trubel? Die Kölner zeigen Reue und drücken Bedauern aus. "Die Verallgemeinerung und Überzeichnung des Beitrags zur Gamescom in der Sendung 'Explosiv' vom Freitag, 19.08.2011, war ein Fehler. Wenn wir Gefühle verletzt haben sollten, entschuldigen wir uns ausdrücklich dafür", heißt es bei RTL aufrichtig. Ob sich ein angekündigter Hackerangriff auf RTL durch diesen Rückzieher verhindern lässt? Jedenfalls sind Teile der RTL-Seite vorübergehend nicht zu erreichen gewesen. Zuvor hat der Sender versucht, den Beitrag auf YouTube unter Hinweis auf die Urheberrechtsverletzung zu löschen. Was den Sturm der Entrüstung nur noch mehr anfachte. Doch andernorts ist der Beitrag immer noch bei YouTube zu finden, gerne auch verfremdet.

Die Medienwächter sind in Sachen RTL bereits alarmiert: Die NLM prüft immer noch das umstrittene TV-Format "Mietprellern auf der Spur", in der sich Moderatorin Vera Int-Veen in einer Folge Zutritt zu der Wohnung einer Frau verschafft haben soll, während diese abwesend war. Doch nach dem "Explosiv"-Beitrag über die weltgrößte Messe für Videospiele ist der Shitstorm online und offline ungleich größer - wie es bei Programmbeschwerde.de heißt, kommt so ein Massenansturm an Beschwerden sonst nur bei "Big Brother" vor. Mittlerweile steht fest: Das ist Rekord! Klar: Die Gamer-Szene gilt als sehr gut organisiert und vernetzt - was sich hier deutlich zeigt. Da lässt sich - auch mit Blick auf das für RTL so wichtige Geschäftsfeld Spiele - nur festhalten: Die Moral von der Geschicht‘ – verärgere die Gamer nicht!


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.