Reichweiten der MA Print :
Sie bleiben vielen Zeitschriften treu

Sie lesen acht verschiedene Zeitschriften, weiß die ag.ma. Sie weist in der MA 2016 Pressemedien I die Reichweiten von 151 Magazinen aus.

Text: Petra Schwegler

Zeitschriften werden von rund 89 Prozent der über 14-Jährigen in Deutschland gelesen. Und: Die aktuell ausgewiesenen 151 Zeitschriftentitel erreichen pro Erscheinungsintervall 61,6 Millionen Leser. Das sind Kernergebnisse der MA 2016 Pressemedien I, die die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (ag.ma) am Mittwoch vorgelegt hat. Wissenswert: Diese MA Print ist erstmals wieder vergleichbar mit den Vor-MA-Daten, die im vergangenen Jahr auf Basis des neuen Mikrozensus (der amtlichen Bevölkerungsstatistik) ausgewertet wurden. Nun lautet das Fazit der ag.ma: "Trotz der insgesamt leicht rückläufigen Bevölkerungsanzahl hält die Nachfrage nach Publikumszeitschriften an."

Im Schnitt lesen Sie demnach acht verschiedene Titel (genau: 7,9, Basis: WLK Weitester Leserkreis). Frauen sind dabei mit durchschnittlich neun verschiedenen Titeln die eifrigsten Nutzerinnen, dicht gefolgt von der Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen (8,6 Titel). Auch die Bilanz der einzelnen Gattungen zeigt im Vergleich zur letzten MA ähnliche Reichweitenwerte: Mit 18 ausgewiesenen Titeln bleibt die Programmpresse Spitzenreiter mit einer Gesamtreichweite von 56,3 Prozent. Im Segment verlieren aber die meisten Titel und bestätigen den allgemeinen Trend. Einzig "Super TV", "Bildwoche" und "Gong" wachsen nennenswert (Index 117, 108 und 104).

Mit den 31 verschiedenen wöchentlichen Frauenzeitschriften werden 43,3 Prozent der weiblichen Bevölkerung erreicht. Aus diesem Segment kommt auch einer der größten Gewinner der MA: der Klambt-Titel "Die neue Frau" (Index 132). Überhaupt macht sich die Vorliebe der Frauen für Print bemerkbar, vor allem in Kombi mit Figurbewusstsein oder Kochen. Der Fitnesstitel "Shape" zählt ebenso ein sattes Plus (Index 131) wie die neun in der MA gelisteten Koch- und Backtitel: Sie legen gegenüber der Vor-MA überwiegend an Reichweite zu; mit Index 100 schneiden die Titel "Kochen & Genießen" sowie "Rezepte pur" am "schwächsten" ab.

Die Motorpresse, die mit zehn Magazinen vertreten ist, erreicht 45,2 Prozent der Männer – und verliert in der Phase von Dieselgate mit keinem einzigen Titel an Reichweite, sondern legt gegenüber der MA 2015 Pressemedien II sogar noch zu. Die 17 Aktuellen Zeitschriften und Magazine werden von 42,9 Prozent der Menschen über 14 Jahren gelesen. Hier können "Focus" und "Spiegel" (beide Index 96) gegenüber 2015 ihre Reichweite nicht halten, der "Stern" stagniert (Index 100). Allerdings hat das Gruner+Jahr-Flaggschiff mit 6,52 Millionen Lesern ab 14 Jahren gegenüber "Spiegel" (5,86 Millionen Leser) und "Focus" (4,01 Millionen Lesern) die Nase deutlich vorn.

Zur Erhebung der Reichweiten der Publikumszeitschriften hat die ag.ma insgesamt 38.352 Personen in Deutschland befragt.

Die Absatzzahlen von Print stützen will aktuell der Zeitschriftenverband VDZ; er wirbt erstmals für den Vertrieb von Printerzeugnissen im Einzelhandel. Des Weiteren zielt eine neue Gratis-App namens Eazers als digitales Presseregal für Printmediengutscheine auf Fans des gedruckten Mediums ab. Ein flächendeckendes Netzwerk von rund 9500 teilnehmenden Händlern in Kiosken, Tankstellen, Bahnhofsbuchhandlungen und anderen Anlaufstellen stellt sicher, dass das Eazers-System deutschlandweit anwendbar ist. Per Locationsuche sind regelmäßig über 100 Einzelgutscheine für rabattierte oder gratis Zeitungen und Zeitschriften anonym und ohne persönliche Datenerhebung über QR-Codes einlösbar. Das Angebot an Gutscheinen und Titeln wechselt ständig. Zu den Partnern zählen derzeit unter anderem "Kicker“, "Spiegel“, "Glamour“ oder "Auto Motor und Sport“, aber auch Tageszeitungen wie "Stuttgarter Zeitung" und "Bild“.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.