Erste Bilanz von Freenet TV :
So läuft es für DVB-T2 HD

Wie sich die Zahl von 2,2 Mio. Nutzern von DVB-T2 HD zusammensetzt, ist interessant. Noch muss Freenet TV aber Überzeugungsarbeit fürs neue digitale Antennen-TV leisten. 

Text: Petra Schwegler

Seit Ende März wird über die Sendemasten - wie hier am Berliner Alexanderplatz - DVB-T2 HD verbreitet.
Seit Ende März wird über die Sendemasten - wie hier am Berliner Alexanderplatz - DVB-T2 HD verbreitet.

Noch gilt es, rund 1,4 Millionen Haushalte vom neuen digitalen Antennenfernsehen DVB-T2 HD zu überzeugen. Doch bisher zeigt sich Betreiber Freenet TV recht zufrieden mit dem Zwischenstand nach dem Wegfall des alten Systems DVB-T in weiten Teilen Deutschlands Ende März.

1,7 Millionen Freenet-TV-Empfangsgeräte sind nach Angaben vom Donnerstag bisher im Einsatz. Über 400.000 neue Nutzer hätten sich sogar für DVB-T2 HD entschieden und andere Empfangswege hinter sich gelassen, heißt es. Aktuell liegt Freenet zufolge die Reichweite des neuen Antennenfernsehens bei 2,2 Millionen Haushalten, zumal 500.000 bis 600.000 Kunden den Standard jenseits der Marke mit anderen Empfängern anpeilen.

Das Fazit des Mobilfunkbetreibers mit TV-Ambitionen lautet: "Mission geglückt." Aber: Es haben auch 18 Prozent der bisherigen Nutzer der Antenne den Rücken gekehrt.

Wie es mit DVB-T2 HD weitergeht

Vor rund einem Jahr war Freenet durch den Kauf der 295 Millionen Euro teuren Media Broadcast ins Fernsehgeschäft eingestiegen. Der Betreiber des DVB-T2-HD-Sendernetzes blickt auf Basis einer repräsentativen Umfrage in Zusammenarbeit mit Kantar TNS weiter nach vorne.

Von den rund 2400 im Zeitraum vom 13. bis 22. April telefonisch Befragten gab eine Mehrheit an, Freenet TV auch über die Gratisphase bis Ende Juni hinaus weiter nutzen zu wollen. Danach wird eine Jahresgebühr von 69 Euro für den hoch auflösenden Privat-TV-Empfang über die digitale Antenne fällig. 

Weitere Erkenntnisse sind: 9 Prozent der Befragten haben noch nichts unternommen, planen aber, in den nächsten Wochen noch auf den neuen Standard umzusteigen. Der Plattformbetreiber will nun nach eigenen Angaben die eingangs erwähnten 1,4 Millionen Haushalte, die sich bisher noch nicht entschieden haben oder die in den nächsten Monaten noch von den weiteren DVB-T Abschaltungen betroffen sein werden, von Freenet TV und DVB-T2 HD zu überzeugen.

Womit Freenet TV rechnet

Wir erinnern uns: In einer der "größten Umschaltaktionen der deutschen Fernsehgeschichte" sorgten in der Nacht auf den 29. März über 400 Techniker von Media Broadcast und der ARD-Rundfunkanstalten für einen Übergang von DVB-T auf den neuen Standort. An 69 Standorten wurden insgesamt 327 Sender auf DVB-T2 HD und die Freenet-TV-Signale umgestellt. 

Kerstin Köder, Head of Freenet TV bei Media Broadcast, nennt die Kundenresonanz nach einem guten Monat "unglaublich positiv und ermutigend".

Bis Ende des Jahres will Freenet TV über 800.000 zahlende TV-Kunden haben. Aufs Jahr gesehen rechnet Vorstandschef Christoph Vilanek mit Umsätzen von 12 bis 16 Millionen Euro - kommendes Jahr sollen es bis zu 50 Millionen Euro sein. 

ps (mit dpa)


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.