Nach Trump-Attacken :
So steht die Kunst der "New York Times" zur Seite

Die "New York Times" und US-Präsident Donald Trump stehen sich kritisch gegenüber. Künstler Josh Begley hebt nun den Wert der Medienmarke in einem Video hervor.

Text: Petra Schwegler

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Egal, was in den vergangenen 165 Jahren in den USA passierte: Die "New York Times" war dabei.
Egal, was in den vergangenen 165 Jahren in den USA passierte: Die "New York Times" war dabei.

Ob das Donald Trump gefällt? Der Digitalkünstler Josh Begley hat die vom US-Präsidenten wiederholt beschimpfte "New York Times" beeindruckend in Szene gesetzt: Ein von ihm erstelltes Video zeigt alle Titelseiten der US-amerikanischen Tageszeitung seit deren Gründung im Jahr 1852. 

Der Film porträtiert im Schnelldurchgang, wie sich die Zeitung in den vergangenen 165 Jahren verändert hat, wie sie immer mehr auf Bilder setzt, zunehmend bunter wird. Und das 55 Sekunden lange Kunstwerk schafft ein Bewusstsein dafür, wie wichtig seriöser und kritischer Journalismus à la "New York Times" - gerade in Zeiten medienkritischer Staatsmänner wie Donald Trump  – ist, und dass er eben Geld kostet. Die "NY Times" schreibt quasi Geschichte, die Kunst steht der gescholtenen Medienmarke zur Seite.

Hier das Video von Josh Begley:

Every NYT front page since 1852 from Josh Begley on Vimeo.

Die "New York Times" steht auf Trumps "Shit-Liste" weit oben

Der Beistand kommt zur rechten Zeit: Die vierte Macht macht dem US-Präsidenten Trump vor allem in Form der "NY Times" zu schaffen, die er zusammen mit CNN und der "Washington Post" besonders gern attackiert. Via Twitter - und damit in seinem bevorzugten Kommunikationsstil - verkündete er gar Ende Januar, einen Verkauf der New Yorker Traditionszeitung zu fordern. "Jemand mit Eignung und Überzeugung möge die Fake News- und versagende NYTimes kaufen, und entweder diese richtig betreiben oder sie in Würde sterben lassen.

"Die "New York Times " hatte zuvor angekündigt, weit mehr Aufwand und auch Gelder in die Recherche rund um Donald Trumps Aktivitäten stecken zu wollen. Fünf Millionen Dollar würden dafür extra locker gemacht und das, obwohl die Zeitung an anderer Stelle auch sparen muss, kündigten die Chefredakteur Dean Baquet und Geschäftsführer Joe Kahn in einem offiziellen Memo an. Personell wurde das Trump-Team aufgestockt; statt vier berichten künftig sechs Reporter über den US-Präsidenten.

Mit dem neuen Slogan "Democracy Dies in Darkness" setzt die "Washington Post" übrigens ihr Zeichen im Trump-Zeitalter. Der Satz prangte am Mittwoch erstmals über dem Onlineauftritt der Zeitung. "In der Dunkelheit stirbt die Demokratie": Diesen Satz hat der Besitzer der Zeitung und Amazon-Gründer Jeff Bezos bei einer Rede im Newsroom der "Washington Post" 2016 gesagt. Auch die "Washington Post" hat ihre Berichterstattung über den US-Präsidenten ausgebaut.

ps/meh


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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