Flächendeckend und national :
Ströer macht mit 50.000 Beacons seine Werbeträger interaktiv

Ströer knüpft ein Beacons-Netz und bietet bis Ende 2016 an 50.000 Standorten mit der Technik eine "sinnvolle Verbindung von Out-of-Home-Medien und dem Mobile-Kanal".

Text: Petra Schwegler

Beacons als Werbetool sind getestet, werden angenommen und stehen nun vor dem großen Rollout: Ströer führt die Technik, die Out-of-Home-Medien mit dem Internet verbinden, im großen Stil ein und baut eine flächendeckende nationale Beacon-Infrastruktur in Deutschland auf. Das habe der Vorstand beschlossen, rund ein Jahr nach Start des ersten öffentlichen und größten Testfeld Deutschlands im Düsseldorfer Hauptbahnhof (DUS Open Playground), heißt es dazu von der neuen Nummer eins in der Digitalvermarktung. 50.000 Werbeträger sollen so bis Ende 2016 interaktiv werden. In der ersten Phase des Rollouts werden laut Planung bis Ende März 2016 rund 20.000 Standorte an "hochfrequentierten Verkehrsknotenpunkten" mit den Sendern ausgestattet.

In der Mitteilung lässt Ströer durchblicken, dass das neue Beacon-Netz durchaus noch dichter werden könnte. Dort heißt es: "Mit rund 230.000 POIs in Deutschland besitzt das Unternehmen die Möglichkeit, ganze Städte mit Beacons auszustatten und den digitalen Handshake für Unternehmen einfach und flächendeckend zu ermöglichen." Das Ziel: Die Übergänge zwischen realer und digitaler Welt sollen für die Ströer-Kunden möglichst einfach gestaltet werden. "Werbungtreibende haben in der Vergangenheit immer wieder festgestellt, dass die Customer Journey durch Medienbrüche im Übergang zwischen beiden Welten an Effizienz einbüßt", so die Kölner.

Werbungtreibende könnten nun mit der neuen Beacon-Infrastruktur Konsumenten noch gezielter ansprechen, indem eine "sinnvolle Verbindung von Out-of-Home-Medien und dem Mobile-Kanal" geschaffen werde, so Ströer. Die großen Reichweiten, die OOH-Medien erzeugen, könnten mit der Zielgenauigkeit von Mobile Marketing effektiv kombiniert werden. Das Pilotprojekt habe gezeigt, dass das Interesse bei Agenturen und Werbungtreibenden enorm groß und die Technologie vielversprechend sei. Erneut weist Ströer darauf hin, dass vor allem durch die neuen Wearables wie etwa Smartwatches das Potenzial für Beacon-Anwendungen in den Unternehmen "noch einmal stark zunehmen" werde. Christian Schmalzl, COO der Ströer SE, sagt zum neuen Beacon-Netz:

"Es gibt bereits einige Beacon-Insellösungen. Wir wollen aber einen Standard schaffen. Mit unserer flächendeckenden und einheitlichen Beacon-Infrastruktur, welche wir in Deutschland aufbauen werden, machen wir das ‚Internet der Dinge‘ für den Konsumenten erlebbar. Ströer verfügt über das digitale Portfolio, um diese Innovation in die breite Öffentlichkeit zu tragen. Zudem profitieren wir enorm von unserer bestehenden OOH-Infrastruktur und können so das Netz sehr effizient und zu konkurrenzlos niedrigen Kosten ausrollen."

Diese Möglichkeiten stellt Ströer den Werbungtreibenden mit Beacons in Aussicht:

- Konsumenten könnten so über eine mobile Verlängerung der Außenwerbe-Kampagne auf dem Smartphone individuell und in Abhängigkeit von ihrem persönlichen Nutzungsverhalten aktiviert werden, zum Beispiel, um ihnen den Weg zum nächsten Geschäft anzuzeigen oder einen personalisierten Rabatt anzubieten.

- Insbesondere Handelskunden würden von der Entwicklung profitieren, weil sich über die iBeacon-Technolgie die Mechaniken des E-Commerce in den stationären Handel integrieren lassen, heißt es. Beacons pushen im Vorbeigehen Mitteilungen über eine entsprechende App der Werbungtreibenden auf das Smartphone des Users.

- "Zeitlich und örtlich pointierte Zusatzinformationen zu Produkten, Werbeaktionen oder Coupons" sollen auf diese Weise den Konsumenten unmittelbar ansprechen und könnten ihn zum Einkaufen lenken.

Beim Ströer-Feldtest gemeinsam mit der Deutschen Bahn, wobei die iBeacon-Technologie sechs Monate lang am Düsseldorfer Hauptbahnhof getestet wurde, hat gezeigt, dass von den durchschnittlich täglich 250.000 Bahnhofsbesuchern rund 40 Prozent Bluetooth am ihren Smartphones aktiviert haben. Philips, Loreal, die Agentur t8y.com, die Sparkassen-Finanzportal GmbH und ein Softgetränkehersteller nutzten das Testfeld, um iBeacon-Kampagnen in ihrer Zielgruppe zu testen. "Erfolgreich", wie Ströer festhält.

Mitbewerber WallDecaux hat mittels QR, NFC und Beacons im Sommer mehr als 3700 Außenwerbestandorte mit dem Internet verknüpft.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.