Musik-Startup meldet Insolvenz an :
Tape.TV macht dicht

Funkstille bei Tape.TV! Auch als Social Music Service kam das Berliner Startup wirtschaftlich nicht über die Runden.

Text: Petra Schwegler

Funkstille beim Musikservice Tape.TV.
Funkstille beim Musikservice Tape.TV.

Das Berliner Musik-Startup Tape.TV hat einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Der Service werde ab sofort eingestellt, heißt es in einer Ankündigung des Unternehmens, das 2008 angetreten war, um personalisiertes Musikfernsehen zu installieren. Das einstige Vorzeige-Startup konnte offensichtlich der immer stärkeren Konkurrenz neuer Anbieter wie Spotify oder Ampya nichts entgegen halten. Jetzt ist Schluss.

Dabei hatte es noch einen Versuch gegeben, Tape.TV auf die Zielgerade zu bringen. Kurz bevor der Gründer und früherer CEO Conrad Fritzsch das Unternehmen in Richtung Mercedes Benz verließ, begannen im Februar dieses Jahres die Gesellschafter - DCM, DGP und die IBB – "enge Gespräche mit einem neuen Investor, der die Plattform mit einer strategischen Neuausrichtung weiterentwickeln wollte", wie es heißt.

Seitdem hat sich das Team nach eigenen Angaben auf das neue Geschäftsmodell einer OTT-Plattform zum Streaming von exklusiven Live-Events konzentriert. "Leider wurde die Transaktionsverhandlung kurzfristig und überraschend ohne Angabe von Gründen seitens des Investors abgebrochen und die zuvor vom Investor übernommene Finanzierung eingestellt. Somit endet hier die Reise von Tape.TV", heißt es zu den Gründen für die Insolvenz.

Auch eine Neuausrichtung konnte Tape.TV nicht retten

Die Seite ist inzwischen abgeschaltet, für mehr Informationen werden treue Anhänger auf die Facebook-Seite von Tape.TV gelotst. Auf seinem Höhepunkt verfügte der Berliner Anbieter eigenen Angaben über einen Musikvideokatalog von über 100.000 Videos. Doch das Projekt kam ins Stocken, 2014 wurde die Plattform als Social Music Service neu ausgerichtet. Ohne Erfolg.          

Abschließend heißt es zum Abschied:

"Tape.TV bedankt sich bei den Gründern Conrad Fritzsch und Stephanie Renner, die nicht nur eine Vision hatten, sondern auch den Mut besaßen, diese zum Leben zu erwecken. Ganz besonderer Dank geht an das wunderbare Team, das über acht Jahre immer mit Herzblut und mit dem Blick nach vorne dabei war.
Einen großen Anteil am Erfolg verdankt Tape.TV natürlich auch den Künstlern und ihren Fans, die Tape.TV mit Leben gefüllt haben. Zur Weiterentwicklung in den acht Jahren haben auch alle Partner beigetragen, denen Dank gilt. Und ohne die kontinuierliche Rückenstärkung und das Vertrauen der Investoren DCM, IBB und DGP wäre vieles nicht möglich gewesen."


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.