US-Klatschmagazin für Deutsche :
"The National Enquirer" kommt nach Deutschland

Vollmundig, mit einem Kampfpreis von einem Euro und mit einer groß angelegten Werbekampagne bringt American Media (AMI) mit "The National Enquirer" am 14. Januar eine deutsche Ausgabe des "größten Boulevardmagazins der Welt" an den Kiosk.

Text: Petra Schwegler

- 3 Kommentare

Vollmundig, mit einem Kampfpreis von einem Euro und mit einer groß angelegten Werbekampagne bringt American Media (AMI) mit "The National Enquirer" am 14. Januar eine deutsche Ausgabe des "größten Boulevardmagazins der Welt" an den Kiosk. "Legendäres Boulevardblatt erweitert internationale Reichweite", heißt es dazu vom Promi-News-Experten, der deutschen Blättern wie "Bunte" (Burda), "Gala" (G+J) oder auch "InTouch" (Bauer) zuruft: "Das Unternehmen erwartet, dass der deutsche Enquirer innerhalb von 6 Monaten das bestverkaufte Promimagazin in Deutschland sein wird." Weiter heißt es in der Ankündigung, AMI plane, den Start in Deutschland "mit einer mehreren Millionen Dollar schweren Kampagne mit TV- & Digitalanzeigen zu unterstützen und zudem im Rahmen des Verkaufs in den Läden massiv Werbung zu machen".

Das US-Unternehmen erkennt im hierzulande gut gefüllten Printsegment eine reelle Marktchance: "Was die Berichterstattung über die aktuell wichtige Hollywoodprominenz und internationale Figuren angeht, klafft bei den deutschen Promimagazinen eine Lücke und The National Enquirer wird diese Lücke füllen", wird AMI-CEO David J. Pecker zitiert. Das sei für den Markt, den seit dem Frühjahr übrigens Bauer mit der deutschen Lizenzausgabe des US-Promi-Blattes "People" versorgt, "ein einzigartiger Neuzugang", ist der Manager überzeugt.

US-Chefredakteur Dylan Howard, zugleich Chief Content Officer bei AMI, wird auch für die deutsche Ausgabe den Posten des Chefredakteurs übernehmen. Sie soll vom AMI-Hauptsitz in New York aus herausgegeben werden, wobei es ein Büro in Frankfurt geben wird. Der deutsche Marktstart ist aus Sicht des US-Unternehmens das erste Mal seit 25 Jahren, dass der "Enquirer" eine internationale Ausgabe herausbringe - seit dem "UK Enquirer", der seither im Vereinigten Königreich herausgegeben wird.

"The National Enquirer" bietet eine Mischung aus aktuellen Nachrichten, Hollywoodskandalen und investigativem Journalismus – für über sechs Millionen amerikanische Leser jede Woche. Auf seine Fahnen schreibt das Team "Scoops" wie Berichte über die Unehrlichkeiten von Tiger Woods oder zuletzt über den "HIV-Schocker" von Charlie Sheen. AMI betreibt auch Marken wie "OK!", "Soap Opera Digest" oder RadarOnline.com.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



3 Kommentare

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Anonymous User 21. Januar 2016

Ich freu mich drauf und die erste Ausgabe hat mir sehr gut gefallen. Sicher ist auch hier wieder vieles dabei, was kein Mensch glaubt - trotzdem fühle ich mich gut unterhalten. Und das Schönste: ENDLICH mal eine Zeitung OHNE Meis, Boula...wie auch immer-Sabia, Geissens, Fischer, Katzenberger und all die Visagen, die man einfach nicht mehr sehen kann!

Anonymous User 23. Dezember 2015

Das wird nie klappen. Diejenigen die sich für diesen Tratsch interessieren, kennen die "aktuell wichtige Hollywoodprominenz und internationalen Figuren" gar nicht. Die interessiert, was Prinzessin XY, Stefan Mross oder Helene Fischer angeblich für Geschichten produzieren. In einem Jahr ist das Magazin wieder verschwunden.

Anonymous User 22. Dezember 2015

Die Amerikaner glauben doch wirklich, dass wir uns hier in Deutschland brennend für diesen Hollywood-Quatsch interessieren.

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