AS&S :
TV-Reklame für Gehörlose: ARD untertitelt Werbespots

AS&S bietet erstmals barrierefreien Zugang zu Werbefilmen: Im ARD-Programm werden den Kunden künftig auch TV-Spots mit Untertiteln für Schwerhörige und Gehörlose angeboten.

Text: Petra Schwegler

26. Mar. 2015 - 1 Kommentar

AS&S bietet noch mehr barrierefreien Zugang zum Programm: Im ARD-Programm werden den Kunden künftig auch TV-Spots mit Untertiteln für Schwerhörige und Gehörlose angeboten.
AS&S bietet noch mehr barrierefreien Zugang zum Programm: Im ARD-Programm werden den Kunden künftig auch TV-Spots mit Untertiteln für Schwerhörige und Gehörlose angeboten.

Novum in der Werbezeitenvermarktung: Im ARD-Programm wird künftig auf Wunsch der Kunden auch deren Reklame mit Untertiteln für Schwerhörige und Gehörlose versehen. Diesen neuen Service und damit barrierefreien Zugang zu Werbespots bietet die ARD-Werbung Sales & Services (AS&S) als "erster deutscher Vermarkter". "Ich halte das für einen wichtigen Schritt, der überfällig ist. In Deutschland sind circa 13,3 Millionen Menschen über 14 Jahre hörbeeinträchtigt, von diesen sind 1,6 Prozent schwerhörig und rund 80.000 gehörlos. Da muss es selbstverständlich sein, auch die Werbung mit Untertitelung zugänglich zu machen", begründet Uwe Esser, Geschäftsleiter TV-Vermarktung AS&S, den Schritt.

Die technischen Details: Für die Untertitelung bietet die AS&S zwei Optionen an. Kunden können entweder den Text mit einer einfarbigen Schrift auf schwarzem Balken einfärben, wodurch der Text hervorgehoben wird, oder die Schrift wird in das Layout und das Design des Spots direkt eingefügt. "Die Gestaltung der Untertitelung wird von Spot zu Spot jeweils individuell entschieden, sodass ein harmonischer Gesamteindruck von Spot, Werbebotschaft und Untertitelung erzielt wird und die Werkewirkung ihre volle Aussagekraft entfalten kann", verspricht die ARD den Werbetreibenden.

Ende 2014 war im Kreis der Medienanstalten eine generelle Debatte über barrierefreies Programm entbrannt. Vor allem die privaten Sender wie RTL wurden gerüffelt, zumal nur wenige Sendungen in deren Programmen untertitelt sind. Als Vergleich wurde die gebührenfinanzierte ARD herangezogen. Dort waren Ende des vergangenen Jahres 93 Prozent des Angebots mit Untertiteln für gehörlose und schwerhörige Menschen versehen. Damit konnte die Untertitelquote seit 2012 nahezu verdoppelt werden. Weiterer Schwerpunkt ist das Hörfilmangebot für Blinde - für 38 Prozent des Hauptabendprogramms im Ersten gab es 2014 eine Audiodeskription, vor zwei Jahren waren es knapp 21 Prozent. Das Angebot soll weiter ausgebaut werden – nun auch in der Reklame-Schiene. Im Ausland - etwa in Großbritannien - ist die Untertitelung von TV-Werbung durchaus schon verbreitet.

Übrigens: Seit 2012 strahlen ARD und ZDF "leisere" Werbespots aus. Seither nehmen die Sendezentren nur noch korrekt nach Lautheit gepegeltes Material entgegen - was übrigens für das gesamte Programm gilt. Es wirkt seither generell deutlich leiser als nach dem bisherigen Spitzenwert-Verfahren. Zur Erklärung des Phänomens: Um Aufmerksamkeit zu erzeugen, werden Werbespots häufig "am oberen Limit" produziert, also im oberen Dynamikbereich. Die gegenüber dem Programm geringere Dynamik des Werbespots führt durch die Trägheit des menschlichen Ohrs zu einer subjektiv lauteren Wahrnehmung, ohne dass die absoluten Lautstärkepegel angehoben werden.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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Anonymous User 26. März 2015

Danke! Ich finde es toll alle jeder Werbung voll untertiteln.

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