"Knald for Danmark" :
TV-Show mit Sexaufruf löst Babyboom in Dänemark aus

Die Aktion "Knald for Danmark" fruchtet: Im Oktober 2015 ausgestrahlt, löst eine TV-Show des dänischen Senders DR einen Babyboom aus.

Text: Petra Schwegler

In einer Satire-Variante sollte auch dieses dänische Paar überzeugt werden ...
In einer Satire-Variante sollte auch dieses dänische Paar überzeugt werden ...

"Seid fruchtbar und mehret Euch": Was die Bibel empfiehlt, geriet in Dänemark lange in Vergessenheit. Erst das Fernsehen musste kommen, daran erinnern und einen Babyboom bei den deutschen Nachbarn auslösen.

Mit der Sendung "Knald for Danmark" ("Bumst für Dänemark") wollte der Sender DR seinen Zuschauern im Herbst 2015 eine "qualifizierte Grundlage bieten, um zu entscheiden, ob Platz für mehr Kinder in Ihrem Leben ist", sagte Redakteurin Dorthe Thirstrup damals. Der Aufruf zog sich über viele Kanäle ...

Und nun das: Mehr als 16.200 Babys sollen nach Schätzungen bis Ende August zur Welt kommen - das wären über 1200 mehr als im vergangenen Sommer. Zum ersten Mal seit Jahren könnte Dänemark 2016 demnach die Marke von 60.000 Geburten geknackt werden.

Mit seinem Aufruf zu mehr Fruchtbarkeit war der Sender nicht allein. Auch ein Reisebüro machte seinen Zuschauern unter dem Slogan "Tu's für Dänemark" klar: "Der dänische Wohlfahrtsstaat ist unter Druck. Es werden immer noch nicht genug Kinder geboren." Denn in den Ferien hätten Paare nun mal viel mehr Sex, erklärte das Reiseunternehmen Spies, und forderte die Dänen auf, einen romantischen Urlaub zu buchen. Es winkte ein "Eisprung-Rabatt".

Es scheint, als hätten die Dänen zugehört, hingeguckt und gewirkt. Mancherorts ist der Babyboom übrigens ausgeprägter als anderswo. Im Westen der Region Mitteljütland zwischen Herning und Holstebro werden allein im August ein Viertel mehr Babys erwartet als vor einem Jahr.

Wenn es nach Experten geht, sollten die Dänen so weitermachen. Laut Forschern bekommen die Menschen in Deutschlands nördlichem Nachbarland nämlich trotz des Babybooms bislang im Durchschnitt nur 1,7 Kinder - noch zu wenig, um die Bevölkerungszahl und damit den teuren dänischen Sozialstaat auf Dauer aufrechterhalten zu können.

ps/dpa


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.