2. Webradio-Ratings der RMS :
UKW-Größen nehmen es mit Spotify auf

Radio übers Netz hören - das wird immer beliebter. Laut der zweiten Webradio-Ratings, die Vermarkter RMS vorlegt, greift die zunehmende Zahl an Nutzern stark auf bekannte UKW-Marken zurück.

Text: Petra Schwegler

Die Privatsender Antenne Bayern, Big FM, FFH, Rock Antenne, 104.6 RTL oder auch Sunshine Live können sich im Web durchaus mit dem Musikstreaming-Dienst Spotify messen. Zudem steht mit der zweiten Vorlage der Webradio-Ratings fest, dass inzwischen 25 Millionen Deutsche Online Audio hören. Das geht aus einer Mitteilung des Hamburger Audiovermarkters RMS vom Donnerstag hervor. Die vermarkterübergreifende Reichweitenstudie sei derzeit die einzige Erhebung, die den deutschen Online-Audio-Markt vollständig abbilde, heißt es dazu vom Team um Florian Ruckert.

Der Vorsitzende der Geschäftsführung von RMS hebt hervor: "Die Veröffentlichung der ersten Webradio Ratings liegt mittlerweile eineinhalb Jahre zurück. Die zweite Ausgabe der Webradio Ratings umfasst noch mehr Angebote und belegt die gestiegene Beliebtheit von Webradios, Music-on-Demand-Anbietern und Aggregatoren." Im Vergleich zu den Webradio Ratings 2013 sei die Reichweite von Online-Audio um 42 Prozent gestiegen, so Ruckert weiter. Und er blickt in die nahe Zukunft, wenn er sagt: "Die neuen Zahlen bedienen die aktuelle Nachfrage aus dem Markt, bevor – voraussichtlich ab Herbst 2015 – die Reichweiten für Online Audio in der neuen MA Audio ausgewiesen werden."

Die wichtigsten Ergebnisse der Webradio-Ratings 2015 aus dem Hause RMS:

- Die Auswertung der Netto-Gesamt-Reichweite der 343 erhobenen Online-Audio-Angebote belegt den anhaltenden Wachstumstrend von Webradio: 25 Millionen Deutsche zwischen 14 und 64 Jahren haben schon einmal ein Online-Audio-Angebot gehört. Damit hört fast jeder Zweite in der Gruppe der 14- bis 64-Jährigen in Deutschland - 46,2 Prozent - Online Audio.

- Vor allem die Gruppe der regelmäßigen Nutzer sei mit 83 Prozent überdurchschnittlich gewachsen, heißt es. Das Fazit lautet: "Webradio ist also auf dem besten Weg zum Alltagsmedium zu werden." Parallel wachse die Zahl derer, die sich dem Medium neu zuwenden, weiterhin dynamisch – in zwei Jahren mit über 40 Prozent.

- Klassische UKW-Marken sind auch im Web reichweitenstark. Die Top Ten der Online-Audio-Angebote führt zwar Spotify mit 4,5 Millionen Nutzern pro Monat als meist genutztes Angebot auf Platz eins an. Doch die darauffolgenden Plätze belegen, dass profilierte kommerzielle UKW-Marken wie Antenne Bayern (3,2 Millionen Nutzer), Big FM (2,6 Millionen Nutzer), Hit Radio FFH (2,2 Millionen Nutzer), Rock Antenne (1,8 Millionen Nutzer), 104.6 RTL (1,6 Millionen Nutzer) oder Sunshine Live (1,4 Millionen Nutzer) auch online eine erhebliche Nutzerschaft erreichen und somit "ihre Marken in der digitalen Welt gut verankert haben", wie die RMS resümiert.

- Die Reichweitenauswertung der Online-Audio-Angebote nach Vermarktern zeigt laut RMS für die Nutzung in den vergangenen vier Wochen, "dass die Kombination RMS Webradio mit 13,2 Millionen Unique Usern deutlich an der Spitze liegt". Die drei nächstgrößten Online-Audio-Vermarkter folgen demnach "mit erheblichem Abstand": Audimark Top mit 5,9 Millionen Unique Usern, Antenne Bayerns SpotCom mit 4,2 Millionen Unique Usern und AS&S Radio mit 2,1 Millionen Unique Usern.

Für die Webradio Ratings befragte das Institut TNS Infratest im Februar im Auftrag von RMS 5043 Webradio-Hörer im Alter von 14 bis 64 Jahren Online zu ihrer Nutzung und Nutzungsfrequenz. Die Sozio-Gewichtung der CAWI-Erhebung erfolgte auf Basis der aktuellen MA Radio 2015 I auf die deutschsprachige Gesamtbevölkerung im Alter von 14 bis 64 Jahren. Insgesamt wurden in den Webradio Ratings für 343 Webradio-Angebote die Reichweiten erhoben. Darunter befinden sich 270 Online-Only-Sender, 47 Livestreams privater Radiosender, 14 Musik-on-Demand-Angebote wie Spotify und zwölf Aggregatoren wie radio.de.

Die Daten aus den Webradio-Ratings stehen ab sofort im Planungstool auf der RMS-Webseite zur Verfügung. Die Reichweiten werden differenziert nach rund 40 Zielgruppen ausgewiesen.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.