Print-Neustart :
Vegane Mode, veganer Druck: "Noveaux" verzichtet auf Tierisches

Nichts Tierisches kommt "Noveaux" ins Blatt - weder innen noch außen. Veganerin Julia Akra-Laurien startet das neue "Vashion"-Magazin Mitte März.

Text: Petra Schwegler

- 15 Kommentare

Mit "Noveaux" kommt am 15. März ein neues Printmagazin für vegane Mode und nachhaltigen Lifestyle and den Kiosk. Der Name setzt sich zusammen aus dem englischen "No” und dem französischen "Veaux” (Kälber, dessen Leder bevorzugt für hochwertige Schuhe verwendet wird). Der neue Titel richtet sich an Frauen zwischen 18 und 45, "die auf tierische Produkte verzichten wollen, aber nicht auf Trends", heißt es in der Ankündigung der Berliner. Die Bedürfnisse dieser wachsenden Zielgruppe würden aktuell "von keinem Zeitschriftentitel in der deutschen Medienlandschaft abgedeckt". "Noveaux" erscheint quartalsweise im Grüner Sinn Verlag, kostet 6,90 Euro und hat einen Umfang von 128 Seiten. Die erste Ausgabe erscheint in einer Druckauflage von 15.000 Exemplaren. Das Heft ist im Einzelhandel und Noveaux-mag.com auch im Abonnement erhältlich. Das Team versichert zudem, "Noveaux" werde in einer fairen und veganen Druckerei produziert. "Die aufwändige Magazinaufmachung und die Verwendung nachhaltigen Papiers unterstreichen, dass hochwertiger Charakter und Nachhaltigkeit sich keinesfalls ausschließen, sondern perfekt harmonieren", heißt es.

Die Idee des neuen Hefts stammt von Julia Akra-Laurien aus Berlin, die als Mutter in Teilzeit das Magazin entwickelt und "komplett ohne Investoren ins Leben gerufen hat", wie heißt. Die 34-Jährige – selbst Veganerin Tierschützerin – wirkt bei "Noveaux" nicht nur als Gründerin, sondern auch als Geschäftsführin und hat auch die Redaktions- und Vertriebsleitung inne. Im Rahmen einer Anti-Pelz- Kampagne für Animals Liberty, wo sie als Campaignerin und Pressesprecherin ehrenamtlich arbeitet, sei die Idee zu "Noveaux" entstanden.

Das Konzept hinter "Noveaux": Der Schwerpunkt des Vashion-Magazins (Vashion wie "vegane Fashion") liegt auf Mode und Trends. In jeder Ausgabe wird es zwei eigens produzierte Modestrecken zu saisonalen Trendthemen und Looks geben. Hinzu kommen Trends und Produktempfehlungen aus den Bereichen Beauty, Food und Interior Design, Inspiration und Kaufentscheidungen "für Veganerinnen und alle, die es werden wollen". Das Team, "das zu großen Teilen selbst vegetarisch oder vegan lebt", zeigt in einzelnen Rubriken die eigene Sicht auf Favoriten und Themen der Saison. Und: "Alle im Heft gezeigten Produkte sind ganz selbstverständlich vegan und zum größten Teil auch nachhaltig und fair produziert, ohne dass dies ständig thematisiert wird", so die Berliner. "Ich wollte ein Magazin schaffen, das ich bisher vermisst habe. Eine Symbiose aus veganer Lebenskultur und der Liebe zu Art und Fashion. Ein hochwertiges Magazin, das ganz bewusst und selbstverständlich auf tierische Produkte verzichtet, aber auch über den veganen Tellerrand herausschaut. Ziel ist es, etwas zu bewegen und bei Konsumenten und Produzenten einen positiven Prozess des Umdenkens anzuregen", so Akra-Laurien über ihre Motivation. Bisher sind für Veganer in erster Linie Kochmagazine am Büdchen zu finden.

Bei der Erstausgabe konnte die Blattmacherin auf ein Team aus Kreativen, Redakteuren und Beratern zurückgreifen. Mit M&C Saatchi Berlin hat Akra-Laurien "Kreativ- Profis" für ihre Vision begeistern können. Die Netzwerkagentur unterstützt "Noveaux" in Beratung, Konzeption, Markenführung und im Hinblick auf eine geplante Online-Launchkampagne. Die 2014 gegründete Digitalagentur Beast setzt den Onlineauftritt um.

Trommeln kann die "Noveaux"-Truppe für die erste Ausgabe im März auch als Medienpartner der Ethical Fashion Show 2015. Sie bildet in diesem Jahr unter einem Dach mit dem Green Showroom die Plattform für grüne Mode bei der Fashion Week in Berlin. "Noveaux" erscheint dort mit einem exklusiven Vorab-Druck. Den Trend hin zu veganer Kost greifen inzwischen übrigens auch die großen Lebensmittelkonzerne auf. Die Veggie-Wurst ist nur ein Beispiel.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



15 Kommentare

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Anonymous User 16. Januar 2015

"Wie gewinnt man Daunen?"
Normalerweise bindet man die Enten und Gänse an den Füßen fest, zieht sie an den Hälsen hoch und reißt ihnen die Federn aus. Während dieses Rupfvorgangs erleiden die zappelnden Vögel oft Verletzungen. Dann steckt man sie in ihre Käfige zurück, bis sie wieder "reif" fürs Rupfen sind. Dieser Vorgang beginnt etwa in der neunten Lebenswoche und wird alle 6 Wochen fortgesetzt, bis es ab zum Schlachter geht.
Oft werden denjenigen Enten und Gänsen die Federn gerupft, die auch für die Nahrungsgewinnung gehalten werden. Ganz besonders diejenigen, aus denen man "Leberpastete"(Foie Gras) macht, leiden entsetzlich. Sie werden bis zu sechsmal täglich zwangsgestopft. Dazu stößt man ihnen einen Trichter tief in den Schlund und pumpt ihnen täglich bis zu sechs Pfund salzigen fettigen Maisbrei in den Magen, bis die Lebern der Vögel krankhaft auf ein Vierfaches ihrer normalen Größe angewachsen sind.
Synthetische Alternativen zu Daunen sind nicht nur frei von Grausamkeit, sondern auch billiger und behalten, im Gegensatz zu Daunen, ihre Isolierfähigkeit bei jedem Wetter.

Anonymous User 16. Januar 2015

Wolle: Genau wie bei den anderen Industrien, die Tiere des Profits wegen züchten, finden die Belange der Tiere auch bei der Wollindustrie kaum Berücksichtigung. Herden bestehen normalerweise aus Tausenden von Schafen, so dass es faktisch unmöglich ist, einem einzelnen Tier und seinen Bedürfnissen Aufmerksamkeit zu schenken. Viele Leute glauben noch immer, es würde den Schafen helfen, wenn sie geschoren werden, da sie sonst unter der Last der Wolle litten. Aber ohne die Einmischung des Menschen würde den Schafen nur soviel Wolle wachsen, wie sie benötigen, um sich vor extremen Temperaturen zu schützen.
Der überwiegende Teil der Wolle kommt aus Australien. Nur wenige Wochen nach der Geburt werden den Lämmern die Ohren durchknipst, die Schwänze abgeschnitten, und die männlichen Schafe werden kastriert - alles ohne Betäubung. Die männlichen Lämmer werden kastriert, wenn sie 2 bis 8 Wochen alt sind. Dazu wird ein Gummiring benutzt, um die Blutzufuhr zu unterbinden -eine der schmerzhaftesten Methoden der Kastration, die es überhaupt gibt. Viele der Lämmer sterben, noch bevor sie acht Wochen alt sind, an den äußeren Bedingungen oder sie verhungern, und viele ausgewachsene Schafe sterben infolge von Krankheit, fehlender Unterstellmöglichkeit und Vernachlässigung.
Um einen "Fliegenbefall" zu verhindern, wenden die australischen Farmer eine geradezu barbarische Operationsmethode an, das "Mulesing"; dabei werden den Lämmern - ohne Betäubung - große Fleisch- und Hautstreifen hinten an den Beinen abgeschnitten. Und beim Scheren geht es nur ums Tempo. Die Scherer werden gewöhnlich nach Menge bezahlt, nicht nach Stunden. Daher sind sie bemüht, so schnell wie möglich zu arbeiten, ohne Rücksicht auf Verluste.

Anonymous User 16. Januar 2015

Leder ist kein einfaches "Nebenprodukt" der Schlachthäuser, landwirtschaftliche Behörden bezeichnen es mittlerweile als "Co-Produkt" der Fleischindustrie. Nach internen Angaben dieser Industrie stellen die Häute der Tiere "das wirtschaftlich bedeutendste Nebenprodukt der Fleischindustrie dar."

Anonymous User 16. Januar 2015

@dana. hallo dana, es hat den anschein, dass du mich nicht verstanden hast. ich habe keine wut. nicht auf veganer. nicht auf vegetarier. nicht auf sonstwen. zum thema "alle veganer über einen kamm ziehen": ich hoffe, du hast meine anmerkung in klammern verstanden. davon abgesehen ziehst du doch in deinem beitrag auch alle nicht-veganer / nicht-vegetarier über einen kamm!? hihi

ich persönlich finde es nach wie vor unverantwortlich und eine frechheit, dass du für deine nicht-mündige 4-jährige tochter entscheidest, dass sie vegan isst. du nimmst deinem kind hier die chance es für sich selbst zu entscheiden und ihre eigenen erfahrungen zu machen. und noch was: fleisch ist nicht gleichzusetzen mit mcdonald's…

aus deinem beitrag lese ich heraus, dass du der meinung bist, dass nur "ihr veganer" respektvoll mit ihrer umwelt und allen lebewesen umgehen. das ist ja schon fast anmaßend.

ich glaube nicht, dass militanter veganismus / vegetarismus der weg ins glück ist.

dir auch ein schönes, fleischfreies, gutmensch-wochenende! küsschen

Anonymous User 16. Januar 2015

Liebe Marije ich weiss nicht woher deine wut auf Veganer kommt aber ich kann das nicht ganz nach vollziehen, mal davon abgesehen das alle veganer über einen Kamm zu ziehen wirklich lächerlich ist.

Nicht das ich dir irgendeine rechenschafft schuldig bin , aber ich ernähre meine 4 jährige Tochter vegan und es geht ihr wirklich hervorragend, sie ist kerngesund und topfit, man muss nur wissen wie, ich glaube nicht das ich eine grauenvolle Mutter bin weil meine Tochter noch nie einen McDonalds von innen gesehen hat und täglich frisches Obst und Gemüse bekommt :) . Und ich habe auf dem Weihnachtsmarkt nicht nach der Herkunft des Glühweines gefragt weil ich entweder einen WM mit veganem Angebot besucht habe oder meinen eigenen Glühwein in der Tasche hatte der weder mit gelatine geklärt noch mit tierischem Etiketten-kleber beklebt war. Nein Ich trage kein Leder, keine Wolle und schlafe auch nicht unter daunen. Ja ich benutze nur vegane und tierversuchsfreie Kosmetik und ja ich bekenne mich schuldig ab und an mal eine fliege zu verschlucken und bestimmt klebt hin und wieder mal eine ameise unter meinem sneaker.

Was ich immer interessant finde ist das immer sofort fragen kommen wie: “ach du bist veganer ja? Aber was ist mit...“

Ich tue alles mir mögliche den schaden den ich während meiner Zeit auf dieser Erde verursache so gering wie möglich zu halten, weil ich eine Verantwortung habe und nur Gast auf dieser Welt bin. Ich gehe mit JEDEM Lebewesen respektvoll um unabhängig der Spezies, des Geschlechts, Glaubens oder der Herkunft. Die Leute stehen minutenlang vorm Regal um sich ne zahnpasta aus zu suchen aber bei Discounterfleisch wird keine Sekunde hinterfragt? Wenn deine “Anschuldigungen“ darin liegen das ich mich informiere, hinterfrage und versuche die Welt ein wenig besser zu machen dann bekenne ich mich schuldig :). Ich lasse die Tatsache das es mir gesundheitlich wesentlich besser geht und ich als Leistungsportlerin fitter bin als jeh zuvor mal ausser acht da das wirklich den Rahmen sprengen würde, aber...

Es gibt für mich keinen einzigen Grund gegen den Veganismus aber 100 dafür.

Ich Wünsche dir, und natürlich allen anderen, schon mal ein wundervolles Wochenende und hoffe deine Mitmenschen gehen Verständnis- und rücksichtsvoller mit dir um als du es mit ihnen tust :)

Anonymous User 16. Januar 2015

Der Sinn eines Tieres besteht heutzutage nicht mehr darin, den Menschen zu kleiden. Damals ging es darum zu überleben und nicht zu erfrieren. Wer heutzutage mit einem Pelzkragen rumläuft, sorgt mit seiner Nachfrage dafür, dass Tieren bei lebendigem Leib das Fell abgezogen wird, nur damit man hier als Krone der Schöpfung mit einem Jagdsouvenier herumlaufen kann. Unnötig und nicht mehr zeitgemäß. Das zum Thema Evolution.
Zum Magazin: Ich bin gespannt und freue mich drauf! Vielleicht wird dieses m.E. sehr wichtige Thema ja langsam bald mehr akzeptiert. Ist auch irgendwie befremdlich, dass beim Launch eines neuen Mode-Magazins erst mal die Hauptsorge ist, dass in die präsentierten Klamotten keine Leder- und Fellstücke mehr hineingearbeitet sind.

Anonymous User 15. Januar 2015

Wer in der heutigen Zeit traut neue Print Sachen auf den Markt zu bringen muss entweder Idealist sein oder sieht tatsächlich eine kaufkräftige Zielgruppe. Da B io/vegan und co heute auch als Distinktion ggü der "Bürger-fressenden" Unterschicht fungieren sind die Käufer bereit auch größere Preisaufschläge für ein ruhiges Gewissen zu zahlen - der Erfolg von bio Supermärkten im Land der Discounter kommt nicht von ungefähr.

Anonymous User 15. Januar 2015

@steffen. hallo steffen, der missionarische hype besteht meiner meinung nach, da vegetarier / veganer (und ja, jetzt schere ich der einfachheit halber mal ganz frech alle über einen kamm) menschen sind, die sich (aus mir nicht eklärbaren gründen) dazu berufen fühlen andauernd über ihre (ess-)gewohnheiten zu reden - am liebsten gegenüber nicht-vegetariern / -veganern. außerdem ist dieser mega-bio-fleischlos-boom-trend bei den meisten doch eh nur aufgesetzt. oder hast du gesehen, wie einer dieser vegetarieryuppies auf dem weihnachtsmarkt den verkäufer nach der herkunft der angebotenen speisen und heißgetränke fragt? also ich nicht. da kann's ja nicht so weit her sein mit der überzeugung…

und nein: "genervt" bin ich davon nicht, so wie du vermutest – da müssen schon schwerere geschütze aufgefahren werden um mich zu nerven ;-)

Anonymous User 15. Januar 2015

Ich kann mich Dana nur anschließen: Ein Mode- und Lifestylemagazin, das komplett ohne Tierisches auskommt - sowohl beim Inhalt als auch bei der Herstellung - hat auf dem Zeitschriftenmarkt bisher noch gefehlt.

Tolles Projekt, ich freue mich auf die "Noveaux"!

Anonymous User 15. Januar 2015

Wie Steffen schon sagte, spezielles Magazin fur eine spezielle Gruppe.

Warum regt ihr euch darüber auf?

Ich als nicht veganer und nicht vegetarier freue mich für diese Gruppe.

Anonymous User 15. Januar 2015

@marije: Ich habe noch nicht verstanden, worin der "missionarische hype" besteht. indem ein neues magazin für eine definierte, sicherlich kleine, aber existente zielgruppe herausgegeben? so wie viele 100 andere special-interest-titel?

dann fühlst du dich sicher auch von den neuesten angler-magazinen zwangsmissioniert. oder der gala. sie werden ja auch immer neu herausgebracht.

oder du ignorierst sie einfach und beachtest sie nicht. weil sie dich nicht interessieren. wie man es mit vielen dingen tun kann, die einen nicht interessieren. es wird keiner gezwungen, sich zu verändern - also anders als missionare, die menschen teilweise zwangsmissionierten.

genervt von menschen, die sich von sowas nerven lassen: steffen

Anonymous User 15. Januar 2015

danke, patricia - du sprichst mir aus dem herzen. dieser ganze missionarische vegetarisch/vegan-hype nervt. ich versuch doch auch nicht anderen leuten dauernd meine ach-so-tolle lebensweise aufzuzwingen. und ja: eltern, die ihre kinder vegetarisch / vegan ernähren sind das allerletzte. darauf erst mal nen grande thai chai latte vegan tofu sojamilch mit vanille-mandelaroma vom hipster-barrista meines vertrauens in nem hippen szene-café, in dem es bartpflege-produkte auf der herrentoilette gibt.

Anonymous User 15. Januar 2015

Super ich freue mich :). Das hat mir auch noch so ein bisschen gefehlt, eine modezeitschrift die man ganz entspannt und auch als veganerin mit gutem Gewissen lesen kann <3.

Ich werde sie auf jeden Fall abonnieren und freue mich schon...tierisch ^^

Anonymous User 14. Januar 2015

Wieder so eine Totgeburt von missionarischen Weltverbesserern (-innen).
Diesmal ohne Fehler ;-)

Wer nicht versteht, dass die Symbiose aus Mensch und Tier darin besteht den Menschen zu kleiden und zu ernähren, der möchte eben an der Evolutionsschraube zurück drehen - zurück zu den Pflanzenfressern.
Kann jeder für sich selber entscheiden, aber nicht für Schutzbefohlene wie Kindern.

Prognose? Oder Sponsor ist das Blatt nach einem Jahr tot - siehe oben.

Anonymous User 14. Januar 2015

Wieder so eine Totgeburt von missionarischen Weltverbesserern (-innen).

Wer nicht versteht, dass die Symbiose aus Mensch und Tier darin besteht den Menschen zu kleiden und zu ernähren, der möchte eben an der Evolutionsschraube zurück drehen - zurück zu den Flanzenfressern.
Kann jeder für sich selber entscheiden, aber nicht für Schutzbefohlene wie Kindern.

Prognose? Oder Sponsor ist das Blatt nach einem Jahr tot - siehe oben.

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