"Vogue" gibt Mager-Models einen Korb

Die Modebibel setzt künftig auf gesunde Models: Die "Vogue" will weltweit nicht mehr mit essgestörten Models und Mädchen unter 16 Jahren zusammenarbeiten.

Die Frauenzeitschrift "Vogue" will künftig auf Mager-Models verzichten. Alle 19 internationalen Ausgaben der Modezeitschrift haben sich mit einer "Gesundheitsinitiative" einen Sechs-Punkte-Kodex verordnet, demzufolge sie nicht mit essgestörten Models und Mädchen unter 16 Jahren zusammenarbeiten wollen - zumindest "nicht wissentlich".

"Als eine der einflussreichsten Stimmen der Modewelt sieht sich "Vogue" in der Verantwortung, ihr Gewicht in die relevanten Themen und Diskussionen der Branche einzubringen", teilt der Münchner Verlag Condé Nast mit. "‘Vogue‘ ist davon überzeugt, dass Schönheit und Gesundheit zusammengehören", erklärt der Vorsitzende von Condé Nast International, Jonathan Newhouse. Die Initiative startet weltweit mit den Juni-Ausgaben. Nur die japanische "Vogue" steigt erst einen Monat später ein.

Laut Sechs-Punkte-Plan will die "Vogue" sich für gesundheitsbewusste Arbeitsbedingungen einsetzen und ausschließlich mit Models zusammenarbeiten, "die, objektiv betrachtet, gesund sind und dazu beitragen, ein gesundes Körperbild zu fördern". Außerdem will man sich bei Castings, Modenschauen und Kampagnen die Ausweise der Models zeigen lassen, um sicherzustellen, dass keine Unter-16-Jährigen beschäftigt werden. Zudem soll es ein Mentorenprogramm geben, bei dem erfahrene Models ihren jüngeren Kolleginnen zur Seite stehen. Die Modezeitschrift werde außerdem an Designer appellieren, "die Folgen unrealistisch kleiner Mustergrößen ihrer Kleidung zu bedenken".

Die Idee der Modebibel "Vogue" ist nicht neu, dürfte aber Wellen schlagen, zumal das Blatt als tonangebend in der Modewelt gilt. Ein deutsches Beispiel: Gruner + Jahrs Frauenzeitschriften-Familie der "Brigitte" hat 2009 dürren Models mit Kleidergröße "Zero" eine Absage erteilt und einige Sonderreihen mit Damenmode ab Größe 40 entwickelt, Burda ebenso. "Vogue"-Models bleiben allerdings weiterhin schlank - sie sollen aber gesünder aussehen.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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