Bessere Marktanteile beim Musikpreis :
Vox punktet mit umstrittener Echo-Vergabe

Farid Bang und Kollegah halten trotz Protesten den Musikpreis Echo in Händen. Das Interesse an der Vox-Live-Show war vielleicht auch deshalb größer. 

Text: Petra Schwegler

Auch Farid Bang und Kollegah haben den Echo jetzt zuhause stehen.
Auch Farid Bang und Kollegah haben den Echo jetzt zuhause stehen.

Während der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, mit Unverständnis auf die Echo-Verleihung an die umstrittenen Rapper Farid Bang und Kollegah reagiert, kann sich Vox zumindest in einer Hinsicht freuen: Die von vielen als peinlich eingestufte Vergabe – zum zweiten Mal beim Kölner Sender und erstmals live - hat mehr Zuschauer als im Vorjahr interessiert.

Die 27. Verleihung erzielte am Donnerstagabend aus Vox-Sicht überdurchschnittliche 11,5 Prozent Marktanteil bei den  14- bis 49-Jährigen. Insgesamt schalteten 1,79 Millionen Zuschauer ab 3 Jahren ein, fast eine halbe Million mehr als bei der Vox-Echo-Premiere vor einem Jahr. Doch deutlich weniger als in früheren Zeiten, als der Preis noch mit mehr als 3 Millionen Fans im Ersten platziert worden war. Auch ließ das Interesse im Netz nach

Die TV-Familie aus Köln hatte im Vorfeld auch genügend fürs bessere Abschneiden getan, der Skandal um die nominierten Künstler kam da wohl gerade recht. Und um einen weiteren Quotenmisserfolg zu vermeiden, ließ Mutter RTL unter dem Hashtag #ichguckECHO kräftig die Werbetrommel rühren.

Wer beim Echo abräumte

Farid Bang und Kollegah gewannen den Echo in der Kategorie Hip-Hop/Urban National, trotz einer Debatte über ihre als antisemitisch kritisierten Texte. Großer Gewinner der diesjährigen Echo-Verleihung war mit gleich drei Preisen der Brite Ed Sheeran. Helene Fischer gewann die Kategorie Schlager und damit ihren bereits 17. Echo-Preis.

Außer Vox und den Preisträgern  jubeln wenige, Campino kritisierte die Preisvergabe gleich mal auf der Bühne. Mit Blick auf die Antisemitismus-Vorwürfe gegen die beiden Preisträger sagte Schuster jetzt in den Nachrichten des Bayerischen Rundfunks, die Nominierung sei Ausdruck, dass hier der Kommerz siege. Offensichtlich genüge es, genügend Alben zu verkaufen, egal mit welchen Texten. 

Der Echo bewegt das Netz:

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Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.