W&V-Lesetipp: Kloppos Meisterschale kostet 41 Millionen Euro

Jürgen Klopp macht für Borussia Dortmund einen effizienten Trainer-Job - "Zeit Online" rechnet vor, dass er "nur" eine halbe Million Euro pro Tor ausgibt. Klar wird aber auch, warum die DFL so viel Geld mit TV-Rechten machen muss. Ein Lesetipp von W&V Online.

Text: Petra Schwegler

Wer sich in den vergangenen Wochen gefragt hat, warum die Deutsche Fußball-Liga (DFL) so viel mehr Geld aus den TV-Rechten schlagen will, bekommt jetzt eine Antwort: Jedes Bundesliga-Tor kostet 703.460 Euro. Die Bundesligisten geben durchschnittlich 2,8 Millionen Euro für einen Sieg aus – ermittelt aktuell der "Zeit-Online-Effizienzrechner".

Die Hamburger haben sich im Bundesliga-Boom der vergangenen Wochen rund um das Finale, um Jürgen Klopps zweite Meisterschale für den BVB, um TV-Quoten und Transfers die Mühe gemacht, die finanzielle Seite des wichtigsten deutschen Themas zu durchleuchten – und setzen die erzielten Tore, Siege, Punkte und gespielten Pässe der abgelaufenen Saison ins Verhältnis zu dem Geld, dass die Vereine für ihre Jungs ausgeben. Eine lesenswerte Liste – aus der hervorgeht, dass der FC Bayern München mit den höchsten Pro-Tor-Kosten von knapp 1,3 Millionen Euro eben nur Vize-Meister geworden ist.

Fest steht dank "Zeit Online" auch: Den Deutschen Meister aus Dortmund hat der Gesamtsieg nach 25 Triumphzügen über die gesamte Bundesliga-Saison hinweg 41 Millionen Euro gekostet – bei 80 Toren à 512.500 Euro (da ist der Titel "Markenmeister" wohl auch verdient..). Obwohl - mit der Meisterschale selbst  im Materialwert von 25.000 Euro scheint der Verein laut einem "Bild"-Leserreporter nicht sehr zimperlich umzugehen. Sogar einen Effizienz-Gewinner hat "Zeit Online" eruiert – aber lesen Sie selbst und verstehen Sie dann ein wenig besser, warum die DFL künftig 628 Millionen Euro pro Spielzeit von den Sendern an ihre Vereine verteilt (ganze 52 Prozent mehr)...

Ach, ja - Borussia Dortmund kassiert trotz der zweiten Meisterschaft in Folge weniger Geld aus den Fernsehverträgen als die Verfolger des FC Bayern München. 30,935 Millionen Euro verdienten die Bayern in der abgelaufenen Saison der Fußball-Bundesliga, der BVB musste sich hingegen mit 28,111 Millionen begnügen. Das geht aus Berechnungen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young für die Nachrichtenagentur dpa hervor. Grund: der Verteilerschlüssel der DFL nach einer Vier-Jahres-Wertung und die Abhängigkeit vom Uefa-Ranking der Vereine.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.