Männer-Erholungsheft von DMM geht in Serie :
Warum aus Wolf nun Cord wird

Die Deutsche Medienmanufaktur bringt Wolf, das Männerspecial des Wohlfühlheftes Flow, regelmäßig an den Kiosk. Da aber heißt es künftig Cord.

Text: Susanne Herrmann

Schluss mit Wolf, aus Wolf wird Cord - weil so gefährlich die Leser nicht sind.
Schluss mit Wolf, aus Wolf wird Cord - weil so gefährlich die Leser nicht sind.

„Gefällt es euch, dass Wolf künftig Cord heißt?”

Cord hat keinen so guten Ruf. Zumindest nicht bei Modeaffinen, bei Babyboomern und also als Material für in der Regel ungeliebte Beinkleider. Es ist der Cordhosenträger, der in Filmen und Serien gern mal das 70er-Jahre-Klischee vom Außenseiter in der Klasse besetzt. Im von Mutti ausgesuchten Pullunder und mit Kassengestell auf der Nase symbolisiert er, wie man sich uncool und unverstanden fühlt. 

Die Deutsche Medienmanufaktur (DMM) hat aber eine andere Sichtweise, mit der sie die Umbenennung des Wohlfühlmagazins für Männer von Wolf auf Cord begründet. Chefredakteurin Sinja Schütte: "In Anspielung auf die Cordhose, die gerade ihr großes Comeback feiert, spiegelt sich darin augenzwinkernd eine gewisse nostalgische Sehnsucht, die auch das Heft transportiert." Eigentlich aber sei mit Cord der nordische Männername gemeint, sagt Schütte, "alters-, zeitlos und zugleich prägnant und ungewöhnlich."

Wolf nämlich habe zum Heftkonzept nicht gepasst. Sinja Schütte: "Vielen Männern spricht das Konzept aus der Seele, richtig angesprochen vom Namen fühlten sie sich nicht. Das sind moderne, nachdenkliche Männer und keine gefährlichen 'einsamen Wölfe'. Also haben wir das Heft vom ursprünglichen Muttermagazin Flow emanzipiert und uns für einen neuen Titel entschieden."

Das Wohlfühlspecial fand viele Leser

Im November 2016 hatte die DMM (u.a. "Landlust"), eine Tochter von Gruner + Jahr und dem Landwirtschaftsverlag Münster, mit "Wolf" als Männerspecial von "Flow" auf den Markt gebracht. Die Testausgabe war mit über 30.000 verkauften Exemplaren so erfolgreich, sagt der Verlag, dass das Magazin jetzt in Serie geht. Die zweite Ausgabe kommt am 28. November an den Kiosk. Ab 2018 erscheint die Zeitschrift sechsmal jährlich, los geht es am 23. Januar.

Der Magazinstrategie folgend, in der es um "Slow Journalism" geht, habe man sich für die zweite Ausgabe die Zeit genommen, sich intensiv mit den Lesern auseinanderzusetzen, führt Schütte aus. Hinter der Entscheidung, nun alle zwei Monate den entschleunigten Titel an den Kiosk zu bringen, standen aber natürlich auch wirtschaftliche Erwägungen.
Frank Stahmer, Geschäftsführer DMM, ist stolz auf das neue Heft: "Ein Männermagazin zum Copypreis von 8,50 Euro, das sich aus dem Stand 30.000-mal an eine derart hochwertige, moderne Männerzielgruppe verkauft, ist absolut bemerkenswert und einmalig auf dem deutschen Markt. Deshalb schicken wir das einzigartige Heftkonzept jetzt in Serie. Die unglaublich positive Resonanz von Lesern, dem Inserentenmarkt und den Medien hat uns gezeigt: Die deutschen Männer sind reif für Cord!"

Cord rückwärts - birgt geheime Botschaften

"Für eine noch gezieltere Ansprache der Leser" kommt der Wolf also unter dem Namen Cord in den Handel, so die Verlagsmitteilung.

Der Witz, dass der Magazintitel rückwärts gelesen aufs Schwesterblatt "Flow" verweist, der haut nun nicht mehr hin. Und zur Bedeutung von "Droc" setzt sich eine gänzlich andere Assoziationskette in Gang. Das ist zum Beispiel das Akronym von Democratic Republic Of Congo, von Déclaration Réglementaire d’Ouverture de Chantier (Frankreich: Erköärung zur Eröffnung eines Standorts) - aber auch von Dirt Riders Of Colorado (einer Offroad-Mountainbiher-Gruppe) oder "Discovering the Reality of Our Community" - das passt ja schon fast wieder.Schauen wir mal, welche Realitäten die Cord-Gemeinde entdecken wird.

„Gefällt es euch, dass Wolf künftig Cord heißt?”


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming. Marketinggeschichten und außergewöhnliche Werbekampagnen dürfen aber nicht zu kurz kommen.