TV und ZDF.de im Plus :
Warum das ZDF mit sich zufrieden ist

TV und Netz im Hoch: So könnte man die Bilanzen zusammenfassen, die das ZDF zum Jahresende zieht. Jan Böhmermann spielt eine große Rolle. 

Text: Petra Schwegler

Das ZDF über Böhmermanns "Neo Magazin Royale": "Die Show ist vor allem auch auf nicht-linearen Plattformen erfolgreich."
Das ZDF über Böhmermanns "Neo Magazin Royale": "Die Show ist vor allem auch auf nicht-linearen Plattformen erfolgreich."

Mit gleich fünf Pressemitteilungen zieht das ZDF Bilanz für 2016. Und zeigt sich sehr zufrieden. Zumal Intendant Thomas Bellut verkünden kann: "Die ZDF-Programmfamilie hat ihren Marktanteil um einen Prozentpunkt gesteigert."

Hier die 5 einzelnen Bereiche, in denen der gebührenfinanzierte Mainzer Sender Erfolge verbucht:

Erstens. Beim ZDF läuft es gut.

Mit 13,0 Prozent Marktanteil ist das ZDF 2016 nach vorläufigen Zahlen zum fünften Mal in Folge der meistgesehene TV-Sender beim Gesamtpublikum. Die ARD folgt mit 12,1 Prozent auf Platz zwei. Mit 9,8 Prozent belegt RTL den dritten Platz, gefolgt von Sat.1 (7,3 Prozent), Vox (5,2 Prozent) und ProSieben (5,1 Prozent).

Die meistgesehene Sendung des Jahres war das EM-Halbfinale Deutschland - Frankreich. 29,85 Millionen (80,3 Prozent Marktanteil) verfolgten das Fußball-Duell im Zweiten. Es war damit auch das meistgesehene Spiel einer EM seit 1976. 

Nachrichten bleiben eine wichtige Stütze des Zweiten - das "heute-journal" erreichte 2016 mit 13,9 Prozent den höchsten Marktanteil seit 2003. Im Schnitt verfolgten 3,88 Millionen Zuschauer die Sendung.

Zweitens. Online wächst stetig - auch dank Böhmermann. 

Das ZDF-Online-Angebot hat 2016 durchschnittlich 1,89 Millionen Visits pro Tag erzielt – ein Plus in Höhe von 25 Prozent gegenüber 2015. Mit durchschnittlich 2,33 Millionen Visits pro Tag erreicht das Angebot die höchste Nutzung im Juni und August 2016 während der Fußball-EM und den Olympischen Sommerspielen.

Stärkster Tag beim vor wenigen Wochen relaunchten ZDF.de war in diesem Jahr der 26. Juni mit 4,56 Millionen Visits, unter anderem mit dem Fußball-EM-Achtelfinale Deutschland - Slowakei.

Jan Böhmermann und sein "Neo Magazin Royale" sind im Netz fürs ZDF wichtig. "Die Show ist vor allem auch auf nicht-linearen Plattformen erfolgreich und setzt regelmäßig Themen, die für Gesprächsstoff sorgen", so das Zweite. Die Folge vom 12. Mai war das meistgesehene Video mit 496.000 Sichtungen. Und das im aufgelaufenen Jahr 2016 mit Abstand erfolgreichste Video auf den ZDF-Youtube-Kanälen ist mit 10,95 Millionen Sichtungen "POL1Z1STENS0HN a.k.a. Jan Böhmermann - Ich hab Polizei". Auch die Ränge zwei und drei gehen an Böhmermann.

Drittens. ZDF Neo arbeitet sich nach vorne.

Der Digitalsender erreicht 2016 durchschnittlich 2,1 Prozent Markanteil beim Gesamtpublikum, ein Plus von 0,5 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Durchschnittlich haben 4,86 Millionen Zuschauer täglich ZDF Neo eingeschaltet, rund 900.000 mehr als 2015. Bellut sieht den Sender nun "an der Schwelle zur Gruppe der 10 erfolgreichsten TV-Sender in Deutschland".

Viertens: ZDF Info punktet mit Dokumentationen.

Und legt vor allem mit diesem Genre gegenüber 2015 um 0,2 Prozentpunkte Marktanteil zu, zu. Der Sender erreicht sowohl bei den Zuschauern gesamt als auch in der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen einen Marktanteil von 1,2 Prozent. Insgesamt hat ZDF Info in diesem Jahr nach den Mainzer Angaben 230 Auftragsproduktionen und 500 internationale Dokumentationen als deutsche Erstaufführungen gezeigt.

Fünftens. Das ZDF fühlt sich in Sachen "Glaubwürdigkeit" bestätigt.

Mit einem Wert von +2,6 auf einer Skala von -5 bis +5 liegen die Nachrichtensendungen des Zweiten - gleichauf mit den Sendungen der ARD - auf Platz eins in der Rangfolge der glaubwürdigsten Medien und Nachrichtensendungen. Das Zweite beruft sich dabei auf eine repräsentative Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen unter 1000 Erwachsenen ab 16 im November. Fürs ZDF in Zeiten der "Lügenpresse" ein wichtiges Ergebnis.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.