"Stern TV" über gekaufte Fans :
Warum liken Ägypter Dschungelcamperin Kader Loth?

Einen ungewöhnlichen Anstieg von Facebook-Fans bei RTL-Dschungelcamp-Insassin Kader Loth und AfD-Chefin Frauke Petry durchleuchtet "Stern TV".

Text: Petra Schwegler

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Einen ungewöhnlichen Anstieg von Facebook-Fans bei RTL-Dschungelcamp-Insassin Kader Loth durchleuchtet "Stern TV".
Einen ungewöhnlichen Anstieg von Facebook-Fans bei RTL-Dschungelcamp-Insassin Kader Loth durchleuchtet "Stern TV".

Dass bei Kader Loth nicht alles echt ist, ist offensichtlich. Doch nun wirft das Team von "Stern TV" auch Fragen rund um die Fans der #IBES-Kandidatin auf Facebook auf. In der Debatte um Fake-Fans hat das TV-Team, das ebenfalls auf RTL sendet, die Profile von aktuellen Bewohnern des Dschungelcamps und Politikern unter die Lupe genommen. Und meldet nun: Der Facebook-Like-Check ergibt, dass Loth in nur zwei Wochen einen deutlichen Anstieg der "Gefällt mir"-Angaben verzeichnen konnte.

Demnach hatte die Kandidatin aus "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" am 25. Januar insgesamt fast 29.000 Likes – und allein aus Ägypten kamen dabei 12.824 "Gefällt mir"-Angaben. Am 11. Januar – zwei Tage vor dem #IBES-Start - waren es laut "Stern TV" noch 787 Likes, die aus Ägypten kamen. Ähnlich deutlich war der Anstieg der Fans auch aus Algerien: Ihre Zahl stieg von Null auf 4682 pro Loth im gleichen Zeitraum.

"Stern TV" hat die Daten mit einer bereits vier Jahre alten Software durchforstet, die IT-Experte Tobias Schrödel den Angaben zufolge "gerade noch einmal verbessert hat". Jetzt sagt Schrödel über die Fanschar aus Nordafrika: "Das sind typische Länder, in denen gerne Likes gekauft werden. Es gibt Agenturen, die helfen einem, die Likes nach oben zu treiben. Da kann man sich aussuchen, wo die neuen Freunde herkommen sollen."

Auch AfD-Chefin Petry hat wohl viele "falsche Freunde"

Doch nicht nur bei der Dschungel-Prominenz meldet "Stern TV" einen "merkwürdigen Anstieg der Facebook-Popularität". Auch bei AfD-Politikerin Frauke Petry stiegen demnach "an einem einzigen Tag im November die Fans aus Ägypten von 323 auf 2264", so Tobias Schrödel.

"Das ist sowohl vom Land, als auch von der Größenordnung ein Indiz dafür, dass diese Likes gekauft sind." Die AfD habe dazu auf Nachfrage von "Stern TV" schriftlich erklärt, dass sie den Anstieg zwar bemerkt habe, dafür aber keine gesicherte Erklärung hätte.

Im TV legt #IBES deutlich zu

Ob Schummeln in sozialen Medien das TV-Publikum abschreckt? Eher nein. Im Gegenteil. Das RTL-Dschungelcamp "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" legte am Mittwoch bei der Zuschauerzahl im Vergleich zum Vortag spürbar zu: Im Schnitt 6,49 Millionen Menschen (27,4 Prozent Gesamtmarktanteil) schalteten dafür ein, am Dienstag waren es nur 6,12 Millionen (29,5 Prozent).

Kader Loth ist weiter im Team. Dagegen ist für Mallorca-Auswanderer Jens Büchner der Abstecher in den australischen Dschungel zu Ende: Der 47-Jährige musste die elfte Staffel der RTL-Show verlassen. Es bleiben noch fünf der ursprünglich zwölf Teilnehmer im Camp und konkurrieren um die Dschungelkrone.

Update: hat alles nichts genützt - für Reality-Star Kader Loth ist Schluss im RTL-Dschungelcamp. Die 44-Jährige musste die Show "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" Donnerstagabend verlassen. Loth bekam im Telefon- und SMS-Voting des Senders die wenigsten Stimmen. Die selbsternannte "Trashqueen Deutschlands" hatte zuletzt vor allem mit den Tieren im Camp zu kämpfen. Ihren Rauswurf nahm sie gefasst.

ps/dpa


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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Anonymous User 26. Januar 2017

Der Artikel fängt gut an mit dem großen Aufhänger Dschungelcamp, um mal auf etwas hinzuweisen... aber kommt leider nicht auf den Punkt, der gerade hier in diesem Umfeld endlich mal verinnerlicht werden sollte:
Die Menge der Follower und Likes sind KEIN absolutes Argument dafür, sein Budget in Social Media zu stecken bzw. in vermeindliche "Influencer" ohne diese vorher gründlich durchleuchtet und hinterfragt zu haben. Das geschieht leider immer noch viel zu selten. Niemand weist auch nur darauf hin, weil man ja damit sein eigenes Geschäft kaputtmachen könnte..
In New York werden Models erst zu Castings eingeladen, wenn sie mehr als X Follower auf Instagram haben und das ist dort auch ein nicht unerhebliches Entscheidungsmerkmal für die entgültige Modelwahl.
Was hat das noch mit Markenführung zutun? Es ist alles auf die schnelle Mark abgesehen, alle bekommen sie Dollarzeichen in den Augen, wenn sie die Followerzahlen sehen... dass aber viele die Follower kaufen oder aber, dass ein Fashion Brand für Frauen ein Model mit xxxx mehr Follower engangiert, weil sie auf einen höheren Absatz/Imageverbreitung hoffen, das aber oftmals gar nichts bringt, weil 80% der Follower Männer sind, die sich freuen jeden Tag heisse Fotos zu sehen, aber denen die Marken dahinter egal sind, erwähnt niemand.. Es ist eine große Blase, von der viele Marketingagenturen profitieren, den Kunden aber meistens nicht viel bringt, weil sie zu blauäugig sind.

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