Webserie des SRF :
Wenn deine Großmutter mit dir über Sex redet

In der Webserie "Grosi und die Girls" plaudern drei ältere Damen über ihre Liebeserfahrungen.

Text: Judith Pfannenmüller

Sex auf der Kühlerhaube? Diese "Grosi" haben etwas erlebt.
Sex auf der Kühlerhaube? Diese "Grosi" haben etwas erlebt.

Ältere Menschen und Sex ist nicht gerade ein Mainstream-Thema. Als junger Mensch mit Omi über Sex reden - bislang kaum vorstellbar. Doch warum eigentlich nicht? Die Alten haben ja ein Leben hinter sich und damit einen beachtlichen Erfahrungsschatz, natürlich auch in der Liebe. 

Der Schweizer Rundfunk (SRF) macht nun Schluss mit der medialen Unterversorgung in diesem Bereich. In der neuen Webserie Grosi und die Girls packen drei ältere Damen in zunächst sieben Folgen Geschichten aus ihrem Liebesleben aus. "Grosi" ist die liebevolle Schweizer Abkürzung für "Großmutter".

Bei Kaffee und Crèmeschnitten plaudern Sonja (75) Brigitta (70) und die 69jährige Lisbeth ziemlich unverblümt über ihre Erfahrungen mit Männern, über Liebe, Enttäuschungen und Sex. Es ist eine Generation, die tradierte Rollenmodelle aufgebrochen hat. 

Die Damen sind sehr unterschiedlich: Sonja erzählt, wie sie Sex in der Öffentlichkeit hatte, Brigitta wird schon rot, wenn wenn sie einen Erotikfilm schauen soll. Es geht um Orgasmen, Aufklärungsunterricht und wie ein Junge dabei einmal in Ohnmacht gefallen ist. Es ist auch eine Reise in eine Zeit, als das Konzerpt freie Liebe erprobt wurde. Die Damen reden offen, gelassen und humorvoll, nichts wird ausgespart.

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Mit "Grosi und die Girls" wollen wir Lebens- und Liebeserfahrungen von Best Agern für die junge Zielgruppe zugänglich machen", sagt Melina Voss, Development Producer bei der Berliner Produktionsfirma Streamwerke, die die Idee für das Format hatte. Liebe und Sex seien als Themen zwar allgegenwärtig, aber aus der Perspektive älterer Menschen in den Medien unterrepräsentiert.

Alle sieben Folgen von "Grosi und die Girls" sind auf der Website von Radio SRF 3 und dem Youtube-Kanal von SFR 3 abrufbar.

Wenn das Schweizer Omi-Sex-Experiment zum Erfolg wird, trauen sich die öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland vielleicht auch. Immerhin ist Streamwerke eine Tochterfirma von ZDF Enterprises. Die auf Social Video Content spezialisierte Produktionsfirma wurde vor gut eineinhalb Jahren von den ehemaligen Google-Managern Jannik Hülshoff und Dennis Papirowski gegründet.


Autor:

Judith Pfannenmüller
Judith Pfannenmüller

ist Korrespondentin für W&V in Berlin. Sie schaut gern hinter die Kulissen und stellt Zusammenhänge her. Sie liebt den ständigen Wandel, den rauhen Sound und die thematische Vielfalt in der Hauptstadt.