Studie von Arthur D. Little :
Wer beim Medienwandel mithält, wird gut verdienen

Digitale Konkurrenz macht es den klassischen Medien schwer, holt sie aber auch zur rechten Zeit aus der Defensive - analysiert Arthur D. Little.

Text: Petra Schwegler

Der Knoten platzt: Digitale Konkurrenz macht es den klassischen Medien schwer, holt sie aber auch zur rechten Zeit aus der Defensive - analysiert Arthur D. Little.
Der Knoten platzt: Digitale Konkurrenz macht es den klassischen Medien schwer, holt sie aber auch zur rechten Zeit aus der Defensive - analysiert Arthur D. Little.

Die Digitalisierung sichert der Medienbranche weiteres Wachstum – wenn sie den Wandel aktiv mitgestaltet. Laut der Studie "Media Flow of Funds 2017" der Strategie- und Innovationsberatung Arthur D. Little befindet sich die weltweite Medienbranche auf Wachstumskurs - lediglich in Europa würden traditionelle Medienkonzerne mit sinkenden Umsätzen kämpfen müssen, heißt es in dem Werk.

"Traditionelle Medienunternehmen werden schwierige Portfolioentscheidungen treffen müssen, um sich der digitalen Konkurrenz zu erwehren", warnen die Verfasser der Studie. Aber wer beim Medienwandel mithält, der wird laut den Beratern gut verdienen. Neue Umsatzpotentiale würden etwa durch die Diversifizierung in andere Segmente erschlossen. "Insgesamt erwartet Arthur D. Little ein Marktwachstum von 162 Milliarden Euro von 2016 bis zum Jahr 2020", so die Studie.

Weiter heißt es in dem Werk, die fortschreitende Transformation würde in Zukunft "zu verstärkten Wertverschiebungen innerhalb der Industrie führen". In den letzten Jahren seien etwa mit Video-on-Demand-Anbietern oder Streamingdiensten starke Konkurrenten für etablierte Medienhäuser erwachsen.

Europas Konzerne mussten nachziehen - und profitieren jetzt davon

Vorteil USA: Durch einen stärkeren heimischen Markt und einen im Vergleich hohen Anteil an audiovisuellen Einnahmen lieferten die Mediengruppen dort in den letzten Jahren eine höhere Wirtschaftsleistung als ihre europäischen Pendants. Im Vergleich dazu hätten die meisten europäischen Medienkonzerne auch bedeutende Umsatzanteile im traditionellen Verlagsgeschäft, "welches mit strukturellen Rückgängen kämpft und auf die Bilanzen drückt", analysiert das Werk.

Als Folge davon wurden die europäischen Unternehmen den Beratern zufolge unlängst gezwungen, "aggressiv in Online-Segmente zu diversifizieren". Die Folge: "Einige europäische Wettbewerber erwirtschaften nun bereits mehr als 50 Prozent ihres Gesamtumsatzes mit Onlinemedien." Nun erwartet Arthur D. Little in den kommenden Jahren bei den meisten europäischen Akteuren ein stärkeres Umsatzwachstum.

Für Wettbewerber, die nicht in der Konsolidierung oder bei der vertikalen Integration aktiv seien, werde dies zu langfristigen, strukturellen Wettbewerbsnachteilen führen, heißt es. Darüber hinaus werden die traditionellen Akteure noch stärker gezwungen sein, neue Umsatzpotentiale zu suchen.

Clemens Schwaiger, Autor der Arthur D. Litte Studie analysiert:

"Die Marktsituation wird eine aggressive Diversifizierung von Medienunternehmen in benachbarte Segmente etwa Richtung E-Commerce oder Live-Events mit sich bringen. Auch eine stärkere inhaltliche und organisatorische Integration ihrer bestehenden Medienkanäle wird bei vielen Wettbewerbern stattfinden."

Und wer steht gut da? Rechteinhaber und Content-Produzenten haben der Studie zufolge die stärkste Ausgansposition. "Erstens profitieren diese von einer insgesamt gestiegenen Nachfrage nach ihren Produkten, sowohl online als auch offline. Zweitens sind die Kundengruppen bereit, auf der Suche nach Differenzierung höhere Preise für Premium-Inhalte zu zahlen", heißt es bei "Media Flow of Funds 2017".


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.