Wie RTL-Gründer Helmut Thoma Volks.TV startet

Jetzt ist es an der "Zeit", Helmut Thomas Fernsehprojekt Volks.TV anzukündigen. Wie schon viele Printmedien zuvor...

Text: Petra Schwegler

30. May. 2012

Das muss Helmut Thoma erst einmal einer nachmachen: Seit über einem Jahr beschäftigt er die TV-Branche mit dem Projekt Volks.TV. Er sorgt bereits seit 13 Monaten für Schlagzeilen selbst in der Tagespresse – ohne den Senderverbund bisher on Air gebracht zu haben. Jetzt ist es an der "Zeit“, für Thomas Projekt zu jubeln: Per Vorausmeldung verkündet die Hamburger Wochenzeitung, dass Thoma Volks.TV starten wird.

Anlass dieses Mal: Der rührige RTL-Gründer scheint nun doch die nötigen Millionen für den Launch zusammenbekommen zu haben. "Ein britischer Wagniskapitalgeber stellt das Startkapital bereit. Thoma beziffert die Kosten für die ersten zwei Sendejahre auf 30 Millionen Euro“, so die "Zeit“. Aber der Name des Investors und ein konkreter Starttermin lassen weiter auf sich warten. Jetzt ist die Rede davon, dass der nationale Senderverbund im Privatfernsehen "in den kommenden Wochen“ starten soll. Eigentlich sollte Volks.TV 2011 abheben. Zuletzt ist von April die Rede gewesen.

Des Weiteren darf Helmut Thoma der "Zeit“ nochmals sein Vorhaben genau erklären. Dass er in den nächsten zwei Jahren das "erste deutsche Network“ knüpfen wolle. Ein Verbund aus Regional- und Lokalfernsehsendern solle zu bestimmten Kernzeiten ein Mantelprogramm übernehmen, das er produzieren wolle. Eines Tages solle es bis zu 70 Prozent der Sendezeit der kleineren Fernsehstationen füllen. Auch heißt es, entsprechende Verträge mit TV-Partnern seien geschlossen - in NRW, Baden-Württemberg, Berlin, Hamburg, Sachsen und der Rhein-Main-Region. Thoma plant, zum Start elf Millionen Haushalte zu erreichen.

Zur Info: Es gibt bereits vor Start Konkurrenz für Volks.TV. Der thüringische Unternehmer Klaus-Dieter Böhm hat im vergangenen Jahr den Bundesverband Lokal-TV mit angeschoben. Jetzt will Böhm mit gemeinsam produzierten Kultur- und Tourismusmagazinen Werbekunden ansprechen, die bislang nur national werben. Auf 20 bis 25 Millionen Kontakte rechnet der Verbandsvorsitzende das Potenzial seiner Plattform hoch. "Den Flohzirkus der kleinen Sender zu einem gemeinsamen Auftritt zu bringen, ist schon eine große Sache", sagt Böhm gegenüber dem Medienmagazin "Journalist". Mit der Idee, ein Rahmenprogramm für viele lokale Kleinsender zu starten, verfolgt Böhm im Prinzip das gleiche Ziel wie der frühere RTL-Manager Thoma.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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