Wirtschaftspresse in Europa: Die größten Titel

In der europäischen Wirtschaftspresse-Landschaft behaupten sich vielerorts deutsche Medienhäuser und -marken. W&V stellt die wichtigsten Wirtschaftstitel in Europa vor.

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23. Mar. 2012

Der Blick nach London dürfte deutsche Zeitschriftenverleger neidisch machen: Die britischen Klatschtitel profitieren derzeit von der glorreichen Vergangenheit und feiern mit Queen Elizabeth II deren 60-jähriges Thronjubiläum. Und die Wirtschaftspresse demonstriert nachdrücklich, dass sie mit der modernen Medienwelt keine Probleme hat - der "Economist" etwa verzeichnet sogar steigende Auflagen. Kürzlich vermeldete das Blatt einen Rekordabsatz von 1,5 Millionen gedruckten Heften und weiteren 100.000 iPad-Abonnements. In fünf Jahren will er mit der summierten Auflage die Zwei-Millionen-Marke erreichen.

Der seit 1843 bestehende Wochentitel, der in mehreren Ausgaben weltweit erscheint und im Heimatland 210 000 Exemplare verkauft, ist nicht das einzige britischen Vorzeigeblatt. Ähnlich hoch im Kurs steht die "Financial Times". Auch die 1888 gegründete Wirtschaftszeitung, die seit über 100 Jahren auf lachsfarbenem Papier daherkommt, wird global verbreitet. Sie hat eine Auflage von 320.000 Exemplaren, davon 100.000 im Heimatland.

An den starken Playern dürfte es aber nicht liegen, dass deutsche Verleger sich mit Wirtschaftstiteln im Vereinigten Königreich weniger engagieren als anderswo, eher am dort bereits dicht besiedelten Pressemarkt. Was sie aber nicht daran hindert, vom Glanz der Briten zu profitieren: Der "Focus" übernimmt regelmäßig Texte des "Economist". Die "Financial Times Deutschland" von Gruner + Jahr (G+J) hat sich beim britischen Vorbild das Recht der Titelnutzung gesichert.

Andernorts sind deutsche Verlage weniger zurückhaltend: So hat Axel Springer hierzulande zwar mit Wirtschaftspresse wenig am Hut, in Ungarn hingegen gibt er das "Manager-Magazin" heraus, einen Ableger des hiesigen Hefts. In Polen und Russland ist Springer mit Lizenzausgaben des US-Blattes "Forbes" präsent, in der Schweiz dank der Übernahme des Verlags Jean Frey (2007) und weiterer Titel sogar dominierender Wirtschaftsinformationsanbieter. G+J ist in den größeren Nationen mit "Capital" vertreten, teilweise auch durch Lizenzvergabe (Italien, Spanien). In Österreich mischt der größte Zeitschriftenverlag Europas (Eigenwerbung) über eine Mehrheitsbeteiligung an der marktbeherrschenden Verlagsgruppe News mit, die das Business-Magazin Trend im Portfolio hat.

Mehr zum Thema Wirtschaftspresse lesen Sie in der Werben & Verkaufen Nr. 11.


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