Nielsen wertet Bruttoumsätze aus :
Wo klassische Werbung gewinnt und wo sie verliert

Der Werbemarkt wächst - eher jenseits klassischer Werbung. Laut Nielsen-Bruttobilanz bleiben aber wichtige Kunden wie P&G den Medien treu.

Text: Petra Schwegler

Laut Nielsen-Bruttobilanz bleiben Kunden wie Procter & Gamble den klassischen Werbekanälen treu.
Laut Nielsen-Bruttobilanz bleiben Kunden wie Procter & Gamble den klassischen Werbekanälen treu.

Die Werbungtreibenden haben bisher rund 9,7 Milliarden Euro brutto im Werbejahr 2017 ausgegeben – rund 1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Bilanz des Marktforschers Nielsen, der jetzt die Bruttoergebnisse für die ersten vier Monate 2017 vorgelegt hat.

Die Zahlen geben allerdings einmal mehr nicht das komplette Bild wieder: Werbeinvestitionen in Online-Bewegtbild, Social-Media-Kanäle oder Content-Marketing werden von der Statistik nicht erfasst - deutlich erkennbar auch am abgeschwächten Plus in der Bruttowerbung. Zieht man durchaus gängie Rabatte ab, dann dürfte klassische Werbung stagnieren oder sogar leicht schrumpfen.

Das sind die größten Werbungtreibenden

Kräftig investiert hat weiterhin Procter & Gamble. Der größte Werbungtreibende der Welt gab zwischen Januar und Ende April brutto 269 Millionen Euro im deutschen Markt aus, gut 18 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Dahinter folgt Ferrero mit bisher rund 131 Millionen Euro (plus 22 Prozent). Das Verhältnis zwischen Nummer 1 und 2 bleibt:  Der Süßwarenriese hat innerhalb der ersten vier Monate des Jahren "nur" die Hälfte von dem ausgegeben, was P&G bisher in den Werbemarkt pumpte.

Auf Platz drei der Topspender hat sich der Kosmetik-Konzern L’Oréal nachhaltig angesiedelt – auch wenn er sein Werbevolumen in den klassischen Medien zurückgefahren hat. In den ersten vier Monaten des Vorjahres lag der Betrag für Werbung rund um Shampoos und Kosmetik noch um rund 14 Prozent höher. Dieses Jahr registriert Nielsen bisher 98 Millionen für L’Oréal.

Kräftig erhöhten die Telekom und Lidl ihr Reklamebudget laut Nielsen-Bruttostatistik – beide um jeweils knapp 29 Prozent. 82 Millionen Euro gaben die Bonner bisher im Werbejahr 2017 aus, beim Discounter aus Neckarsulm sind es 90 Millionen Euro. Lidl geht gerade mit einem neuen Markenauftritt aus dem Hause BBDO in die Offensive. 

E-Commerce setzt auf klassische Werbung 

Die Werbefreudigkeit nach Branchen ist  beim E-Commerce am größten  - mit 610 Millionen Euro weiter an der Spitze, gefolgt von der Autoindustrie (582 Millionen) und den Onlinedienstleistern (516 Millionen). Das Verhältnis der Topspender hat sich damit in den vergangenen Monaten verfestigt.

Den größten prozentualen Zuwachs gab es bis Ende April unter anderem bei den Werbeausgaben für den Lebensmitteleinzelhandel (plus 34 Prozent), Waschmitteln (plus 33 Prozent) und bei Telekommunikationsgeräten (plus 32 Prozent). Ihr Engagement kräftig zurückgedreht haben dagegen Bild- und Tonträger (minus 34 Prozent) sowie die Hersteller von Parfums (minus 30 Prozent unter Vorjahresquartal) sowie die 

Verteilt werden die Bruttovolumina immer weniger auf Print und hin zu audiovisuellen Medien, klassische Onlinewerbung hat es schwer. Wie sich die Werbespendings auf die verschiedenen Mediengattungen verteilen, das zeigt diese Nielsen-Tabelle:

 

Wo klassische Werbung gewinnt und wo sie verliert.

Wo klassische Werbung gewinnt und wo sie verliert.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.


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