ZDFneo & Co: Intendant Schächter schaltet zum Abgang auf stur

Drei Digitalkanäle müssen dem ZDF erhalten bleiben – mit dieser Forderung scheidet Noch-ZDF-Intendant Markus Schächter jetzt aus dem Amt.

Text: Petra Schwegler

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Famous last words: "Für das ZDF sind die Digitalkanäle ein Geschenk des Himmels, für die ARD sind sie nicht so essenziell", sagt der scheidende ZDF-Intendant Markus Schächter an seinem letzten Arbeitstag an der Spitze des Zweiten der Nachrichtenagentur "dpa". Er hält die Digitalkanäle des Senders trotz Kritik vom Start weg für notwendig. "Die drei Digitalkanäle ZDFneo, ZDFinfo und ZDFkultur sprechen ganz unterschiedliche Zielgruppen an. Wir gehen davon aus, dass sie beträchtlichen Zuwachs durch das Abschalten des analogen Signals bekommen werden", so der 62-Jährige gegenüber "dpa".

Schächter schaltet damit auf stur – und wendet sich klar gegen Vorschläge des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD), der Vorsitzender der Rundfunkkommission der Länder ist. Beck hat zuletzt - wie andere Politiker auch - in einem Interview im Dezember ins Spiel gebracht, dass ARD und ZDF jeweils ihre digitalen Infokanäle und Kulturkanäle aufgeben und dafür Phoenix sowie Arte und 3sat stärken sollten. Zumindest reduzieren sollten die Öffentlich-Rechtlichen demnach ihre Digital-Offerten. Markus Schächter will aber auch am Kultursender 3sat festhalten. "3sat steht nicht zur Disposition und wird es auch noch in zehn Jahren geben. Das ist das Kulturprogramm der drei Länder Deutschland, Schweiz, Österreich."

Schächter sagt mit Blick auf seinen Nachfolger Thomas Bellut, der an diesem Donnerstag den Chefsessel auf dem Lerchenberg übernimmt: "Wir wissen aber auch, dass wir Prioritäten bei unseren Angeboten setzen und sparen müssen." Trotz des drastischen Spardrucks will das ZDF keinem Mitarbeiter kündigen. Die Gebührenkommission KEF fordert von dem Sender, 75 Millionen Euro bis 2016 einzusparen. "Die Vorgaben der KEF haben uns wie ein Hagelschlag getroffen", sagt Schächter. "Aber wir werden das umsetzen und bis 2016 rund 300 Mitarbeiter weniger haben. Wir schaffen das ohne betriebsbedingte Kündigungen", sagt Markus Schächter.

Im Konflikt um die kostenlose "Tagesschau"-App für Smartphones und Tablet-Computer rechnet Schächter laut "dpa" bald mit einem Kompromiss. "ARD, ZDF und der BDZV (Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger) werden noch im Frühjahr eine gemeinsame Erklärung abgeben. Wir werden aber nicht hinter die Position des ZDF-Fernsehrats zurückgehen. Die Online-Angebote des ZDF sind sehr stark vom Bewegtbildangebot geprägt und unterscheiden sich dadurch sehr von denen der Verleger."


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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