Social TV:
Fernsehmacher André Zalbertus startet neues Digitalexperiment

Via Facebook, Instagram und Snapchat will André Zalbertus mit seinem neuen TV-Sender 4.0 durchstarten. Was steckt hinter den "revolutionären Plänen"? Wir haben nachgefragt.

Text: Christa Catharina Müller

André Zalbertus kündigt seine Pläne für einen Fernsehsender 4.0 an.
André Zalbertus kündigt seine Pläne für einen Fernsehsender 4.0 an.

Auch wenn nicht alle Vorstöße von André Zalbertus nachhaltige Erfolgsgeschichten sind, Untätigkeit kann man dem 56-Jährigen nicht vorwerfen: Seit Jahren bereichert er die Medienlandschaft mit seinen Ideen. Um nur eine Auswahl der Projekte zu nennen: Bratwurst.tv, Center.tv oder Demand Medien

Mit Social Media ran ans Publikum, so lautet seine Devise. Der ehemalige Fernsehreporter war einer der ersten, der Videojournalisten in Deutschland ausbildete, und die sozialen Medien von Anfang an als potenzielle Werbeplattform wahrnahm. "Facebook wird unser gesamtes Geschäftsmodell durchdringen, es wird im Grunde eine permanente große Redaktionskonferenz mit unseren Zuschauern stattfinden, die wir künftig viel stärker ins Fernsehen einbinden wollen", sagte er bereits 2011 in einem Interview mit W&V Online.

Anfang der Woche überraschte er mit "revolutionären Plänen" via Facebook mit dieser Ankündigung:

Was er genau vorhat? Wir haben nachgefragt.

Sie schreiben, die Arbeitswelt sei in einem fundamentalen Umbruch. Lässt das darauf schließen, dass sich Ihr TV-Sender 4.0 mit der Zukunft der Arbeit beschäftigt?

In den nächsten fünf Jahren wird die digitale Revolution viele Bereiche unseres Lebens verändern. Künstliche Intelligenz und Roboter werden sich vermutlich noch schneller entwickeln, als wir es uns vorstellen können. Das werden wir mit dem Sender begleiten. Es werden Themen aus allen Bereichen des Lebens sein.

Unter welchem Namen wollen Sie die Inhalte ausstrahlen?

Der Name ist Zalbertus.TV. Darunter wird es einzelne Sendungen geben, allerdings anders als im klassischen TV. Wir werden sehr häufig live senden.

Ihre Zielgruppe ist zwischen 12 und 99 Jahre alt, nett und neugierig - und soll ein Smartphone besitzen. Heißt das, jeder darf mitmachen?

Jeder, der sich für das Micro-Franchise bewirbt und ausgewählt wird, arbeitet mit an dem Sender und seinem weltweitem Wachstum. Die Digitalisierung betrifft alle Altersstufen.

Was verbirgt sich hinter dem Konzept "Micro-Franchising"?

Wir werden uns davon verabschieden müssen, dass wir in Zukunft von Jugend an bis zur Rente angestellt bei einer Firma arbeiten. Die Selbständigkeit als Dienstleister wird normal werden. Hier bieten wir mit dem Micro-Franchising ein interessantes Modell an und sind dabei gleichzeitig eine Art "Schutzhütte mit Kaminfeuer" in stürmischen Zeiten. Unser Credo: "Zusammen sind wir stark."

Facebook, Instagram, Snapchat und die eigene Website. Wer steuert die Veröffentlichung der Inhalte?

Wir haben ein Kernteam von fünf erfahrenen Medienmachern und schauen uns genau an, was wir senden. Unsere Mitglieder werden dazu intensiv trainiert. Wir sind wertorientiert und haben trotz aller Herausforderungen gute Laune und werden Mut machen, die Dinge anzupacken. Die Digitalisierung bietet auch unendliche Chancen die Welt zu verbessern.



Christa Catharina Müller
Autor: Christa Catharina Müller

Christa Catharina Müller ist Teil des Teams Digital Storytelling, der Entwicklungsredaktion des Verlags Werben und Verkaufen. Sie ist verantwortlich für die Konzeption und Umsetzung von Podcasts. Daneben experimentiert sie regelmäßig mit anderen Erzählformaten. Bevor sie zu W&V kam, war sie als freie Autorin mit den Schwerpunkten Mode und Digital tätig.


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