Mobile Games :
Deutsche Smartphone-Spieler: Treu, aber knausrig

Welches Segment erwirtschaftet eigentlich global den meisten App-Umsatz? Spiele. In Deutschland geben Nutzer eher wenig Geld aus - das macht Werbung hier nur wichtiger.

Text: Ralph-Bernhard Pfister

Deutsche Spieler geben weniger Geld direkt für Games aus als andere. Deshalb wird Werbung wichtiger
Deutsche Spieler geben weniger Geld direkt für Games aus als andere. Deshalb wird Werbung wichtiger

Ein Blick in die Rankings in App Stores nach Umsatz zeigt es schnell: Die mit Abstand am meisten Geld einspielenden Apps sind - Games. International lässt sich damit auch von Nutzern direkt erheblich Geld kassieren. Den Daten von Appannie zufolge lag der durchschnittliche monatliche Umsatz mit Spielern in Japan bei den 30 erfolgreichsten Spielen bei 30 US-Dollar, in den USA waren es ungefähr 12 Dollar. Schon der britische Wert von 5 Dollar zeigt allerdings: Europäer knausern hier eher.

"Der durchschnittliche Umsatz pro Nutzer beträgt bei Mobile Games 1,09 Euro im Vergleich zu 14,63 Euro bei Shopping Apps", sagt Ben Jeger, Managing Director von AppsFlyer, mit Blick auf den deutschsprachigen Markt. Auch der Anteil zahlender Nutzer fällt gering aus: "3,27 Prozent derjenigen, die eine Gaming App installieren, geben in der App Geld aus im Vergleich zu Non-Gaming-Apps mit 4,75 Prozent", fährt Jeger fort.

Das wirkt im ersten Moment ernüchternd, ein Blick auf die Retention-Werte, also den Anteil wiederkehrender Nutzer, zeigt dagegen das Potenzial gerade für Werbung: Die Anzahl aktiver Nutzer drei Tage nach dem Download liegt mit 19,6 Prozent organisch und 20,9 Prozent nicht-organisch (also Nutzer, die über Werbung zur App gefunden haben) über dem Durchschnitt (18,4 bzw. 17,7 Prozent)

Und: Der Wert für die Nutzer, die durch Werbung zum Spiel gefunden haben und wiederkommen, liegt durch die Bank höher als der organische Wert. "Das ist eine Ausnahme unter allen App-Kategorien", sagt Jeger. Das zeigt zum einen, wie wichtig Werbung für Spiele selbst ist. Für ihre Anbieter stellt Werbung einen zwingenden Weg dar, treues Publikum zu gewinnen. Und natürlich funktioniert Werbung in anderne spielen gut. Da der Umsatz mit In-App-Werbung aber stetig weiter wächst, ist es auch für andere Werbungtreibende interessant, sich Games als Werbeumfeld anzusehen.

Da Werbeumsätze für das Geschäftsmodell vor allem hinter Free-to-Play-Titeln eine entscheidende Säule sind, findet sich ein breites Angebot an Inventar und Werbenetzwerken. Gleichzeitig führt gerade die Mechanik, dass Spieler statt Geld auszugeben auch Werbung ansehen können, bei Games zu einer höheren Werbeakzeptanz als im Online-Umfeld an sich.


Autor:

Ralph Pfister
Ralph-Bernhard Pfister

Ralph Pfister ist Koordinator am Desk der W&V. Wenn er nicht gerade koordiniert, schreibt er hauptsächlich über digitales Marketing, digitale Themen und Branchen wie Telekommunikation und Unterhaltungselektronik. Sein Kaffeekonsum lässt sich nur in industriellen Mengen fassen. Für seine Bücher- und Comicbestände gilt das noch nicht ganz – aber er arbeitet dran.